Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“
Kfz. 70 Mannschaftskraftwagen
Testbericht des 1:76 Modells von Matchbox

Dieses Modell im Maßstab 1:76 von Matchbox das weithin als „Krupp Protze Kfz. 69“ beworben wird, ist gar kein Protzkraftwagen – und das ist gut so! Was wir von Matchbox tatsächlich erhalten, ist ein Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“ Lkw in der standardisierten Konfiguration „Kfz. 70 Mannschaftskraftwagen“ für motorisierte Infanterie, basierend auf dem Fahrgestell eines „l.gl.Lkw (o)“ – leichten geländegängigen Lastkraftwagen (handelsüblich).
Der offensichtliche Unterschied zwischen dem Kfz. 69 Protzkraftwagen und dem Kfz. 70 Mannschaftskraftwagen ist der Laderaum. Während die Zugmaschine von außen zugängliche Munitionsfächer und eine 2 × 2 Sitzanordnung für die Geschützbedienung bietet, verfügt der Mannschaftskraftwagen über zwei Sitzbänke mit Platz für jeweils 2 × 5 Panzergrenadiere (motorisiert) oder Schützen (mot.). Möglicherweise wurden die Ingenieure von Matchbox dadurch irregeführt, dass viele umlackierte Kfz. 70 Museumsfahrzeuge stolz das taktische Symbol „T“ eines motorisierten Panzerjägerzuges oder einer Panzerjägerkompanie tragen. Natürlich spricht nichts dagegen, einen Kfz. 70 Lkw im Notfall als Zugmittel für die leichte Panzerabwehrkanone einzusetzen, aber warum sollten Modellbauer und Tabletop-Spieler das wollen? Mit seiner unverwechselbaren Schnauze ist der Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“ ein Kultfahrzeug, und man kann einfach nicht genug davon haben, um seine motorisierte Infanterie aufsitzen zu lassen. Der „Schnauzer“ ist viel zu schade, um damit die winzige 3,7 cm PaK 35/36 zu ziehen, es sei denn, ein besonders hässliches Szenario erfordert unbedingt, dass der deutsche Spieler das „PanzerAnklopfgerät“ ernsthaft einsetzt.
Auf der gelungenen Verpackung des 2023 neu aufgelegten Matchbox-Bausatzes, der fälschlicherweise als „Krupp Protze 69 (Kfz. 70)“ bezeichnet wurde, spielt Revell auf das katastrophale Versagen der 3,7 cm PaK 35/36 und die daraus resultierenden Panzerpaniken an, die 1940 Teile der deutschen Wehrmacht bei Denée und Arras vom Schlachtfeld fegten. Zu sehen ist eine 3,7 cm Panzerabwehrkanone in Feuerstellung und ein dazugehöriger Krupp „Schnauzer“, die von ihren Mannschaften zurückgelassen, und beinahe von einem einzelnen französischen Char B1.bis ohne Infanterieunterstützung überrollt worden sind. Dieser scheint von einem großkalibrigen Feldgeschütz oder einer 8,8 cm FlaK 18/36/37, die von außerhalb des Bildausschnitts feuerte, zerstört oder bewegungsunfähig gemacht worden zu sein.
Inhalt
- Kfz. 70 Mannschaftskraftwagen, Krupp L 2 H 143 “Schnauzer”
- Fahrer
- 3.7 cm Panzerabwehrkanone 35/36
- Minidiorama: Pflasterstraße, Straßengraben und Böschung mit Zaun
- Nassschiebebilder
- 7. (schwere) Kompanie, mot., 1. Panzerdivision
- Panzerjägerkompanie, mot.
- Panzerjägerkompanie, mot., Afrikakorps
Bewertung
Exzellente Themenwahl, der Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“ ist in diesem Maßstab einzigartig. Es spricht zwar nichts dagegen, einen handelsüblichen Lastwagen zum Ziehen einer leichten Panzerabwehrkanone wie der 3,7 cm Pak 35/36 zu verwenden, doch eignet sich der Krupp „Schnauzer“ am besten als Kfz. 70 Mannschaftstransporter für motorisierte Infanterie in Wargames.
Maßstabsgetreues Modell mit deutlich sichtbaren Details und externer Zuladung.
Schnell gebaut, nur 51 Bauteile.
Hohe Qualität, die Teile passen gut zusammen und zeigen kaum Gussnähte.
Die Fahrzeugbeleuchtung besteht aus zwei Frontscheinwerfern mit Schlitzblende, und dem Notek Tarnscheinwerfer. Das Abstandsrücklicht, die Bremsschlussleuchte, und Zahnstangenwinde fehlen.
Die fehlenden Peilstangen auf den vorderen Kotflügeln können aus 0,3 mm Federstahldraht oder eine Pinselborste selbst hergestellt werden.
Kompatibel mit Airfix, Fujimi, Nitto, und VAC-U-CAST.
Malanleitung
Die Malanleitung sieht drei Tarnanstriche vor, von denen der graue Anstrich für Wargamer am sinnvollsten erscheint.
- Graphitgrau RAL 7024, 1935–1939
- Karosserie: Panzergrau RAL 7024, Revell 361.78
- Verdeck: Khakibraun RAL 7008, Revell 361.86
RAL 7024 »Graphitgrau« ist der sinnvollste der drei vorgestellten Tarnanstriche, er wurde 1935 offiziell eingeführt, zwei Jahre bevor der Krupp L 2 H 143 “Schnauzer” in Produktion ging. Das dunkle Graphitgrau oder ein gestrecktes und billigeres Mittelgrau ist ein guter Ausgangspunkt als Grundstrich, selbst wenn der „Schnauzer“ später für den Einsatz beim Afrikakorps umlackiert werden soll.
- Braun RAL 8020, 25. März 1942
- Karosserie: Afrikabraun, Revell 361.17
- Verdeck: 7 × Revell 361.79 Blaugrau und 3 × Revell 361.37 Ziegelrot
Bei der Aufstellung des Afrikakorps am 11. Januar 1941 befanden sich alle Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“ der ersten Kontingente bereits im Dienst der Wehrmacht. Ihr RAL 7024 »graphitgrauer« oder mittelgrauer Tarnanstrich wurde nun mit der beigegrauen »Einheitsfarbe« oder RAL 8000 »Gelbbraun« überlackiert. Alle nach März 1942 für Afrika bestimmten Ersatzfahrzeuge wurden in RAL 8020 »Braun« umlackiert.
- 4-farben? Buntfarbenanstrich, 1932
- Afrikabraun, Revell 361.17
- Dunkelgrün, Revell 361.68
- Ziegelrot RAL 3009, Revell 361.37
- Beige, Revell 361.89
Der attraktive, dreifarbige Buntfarbenanstrich von 1932 – in der Malanleitung irrtümlich als vierfarbiger Tarnanstrich dargestellt – eignet sich gut für die ab 1930 hergestellten, schweren Panzerspähwagen Sd.Kfz. 231 und Sd.Kfz. 232, er muss jedoch für dieses spezielle Fahrzeugmodell ausgeschlossen werden, da der Krupp L 2 H 143 „Schnauzer“ von 1937 bis 1941 hergestellt wurde, also Jahre nachdem der Buntfarbenanstrich bereits vom graphitgraue Tarnanstrich abgelöst worden war.
Das Kfz. 70 ist die interessantere Variante des leichten geländegängigen Lkw, handelsüblich, Krupp L 2 H 143. Der Krupp „Schnauzer“ eignet sich sehr gut als Gruppenfahrzeug der Panzergrenadiere (mot.).