Schwanzschraube

Schwanzschraube, ist bei allen Arten des kleinen Feuergewehrs dazu bestimmt, den unteren Teil des Laufs zu verschließen, und die Kraft des entzündeten Pulvers, damit dieses die Kugel nach vorne aus dem Lauf treibe, zu widerstehen. Sie muss daher mit der gehörigen Haltbarkeit im Lauf befestigt sein, welches durch 6 bis 8 Schraubengänge erreicht wird, die nach Theorie und Erfahrung selbst der stärksten Ladung widerstehen; nur müssen diese gleichmäßig, scharf und tief eingreifend gearbeitet sein. Es ist wohl überflüssig zu bemerken, dass der Lauf durch die Schraubengänge am Boden nicht geschwächt werden darf.

An der Schwanzschraube befindet sich die Nase, die nach der oberen flachen Seite des Laufes hingeht, und mit diesem einen kleinen Winkel bildet. Die Nase hat ein Loch, durch welches die Kreuzschraube geht, die den Lauf mit dem Schaft verbindet. Der Winkel, den die Nase mit der Verlängerung des Laufs bildet, steht mit der Krümmung des Kolbens im Verhältnis.

Wenn das Zündloch des Gewehrs kegelförmig ist, so erhält die Schwanzschraube eine besondere Einrichtung; es wird nämlich ein Teil derselben schief abgeschnitten, und ausgedreht, damit das Pulver, welches aus der Patrone auf die obere Fläche der Schwanzschraube fällt, durch diese Aushöhlung hindurch, und durch das an der letzteren liegende Zündloch, die Pfänne füllen kann. Da einige Büchsenmacher behaupten wollen, dass ein auf der Seite der Ladung angebrachtes Zündloch, bei der Entzündung der Ladung, einen merklichen Stoß gegen die entgegengesetzte Seite, und also einen Druck des Gewehrs aus der Richtungslinie verursache, so würde durch eine solche Einrichtung der Schwanzschraube auch dieser Druck vermieden werden, weil nun die Ladung mehr von hinten, als von der Seite, entzündet wird.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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