Bernburg

Wappen von Bernburg

Bernburg, Kreisstadt des Salzlandkreises, früher Kreisstadt im Herzogtum Anhalt, ehemals Hauptstadt der Linie Anhalt-Bernburg, an der Saale, Knotenpunkt der Bahnlinien Aschersleben-Köthen und Könnern-Calbe (Saale), 55 m ü. M., besteht aus der Alt- und Neustadt mit der Vorstadt Waldau auf dem linken und der Bergstadt auf dem rechten Saaleufer. Unter den fünf evang. Kirchen sind die Marienkirche in der Altstadt und die Schlosskirche hervorzuheben; außerdem hat Bernburg noch eine katholische und eine apostolische Kirche und eine Synagoge. Unter den öffentlichen Gebäuden ist das uralte Schloss bemerkenswert, das auf hohem Felsen über der Saale liegt und mit seinem nördlichen Turm (dem Roten Turm oder sogen. Eulenspiegel) weithin sichtbar ist; ferner das Rathaus mit einem Kunstuhrwerk, das Stadttheater etc. An Denkmälern hat Bernburg ein Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm I. und ein Bismarckdenkmal. Bernburg zählte 1900 mit der Garnison (I. Infanteriebataillon Nr. 36) 34.431 Einwohner, darunter 1352 Katholiken und 350 Juden, und hat eine ansehnliche Industrie: die deutschen Solvaywerke (mit Soda- und Chlorkaliumfabrik, Saline, Salzbergwerk und Kaliwerk), Eisengießerei, Maschinen- und Dampfkesselfabrikation, Fabriken für Zucker, Papier, Tonwaren, Zement, Zigarren, Weinsteinsäure, Zuckerwaren etc., Mühlen, Spiritusbrennerei, Bierbrauerei, Blei- und Zinkwalzwerke. An Bildungsanstalten besitzt die Stadt ein Gymnasium und ein Realgymnasium. Auch befindet sich dort eine Landes-Heil- und Pflegeanstalt und seit kurzem ein Solbad. Bernburg ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Reichsbanknebenstelle.

Die Altstadt Bernburg wurde schon 992 von Kaiser Otto III. befestigt, die Neustadt wahrscheinlich im 13. Jahrhundert angelegt. 1139 wurde das Schloss Bernburg von Anhängern Heinrichs des Stolzen verbrannt. Im Dreißigjährigen Krieg nahmen die Schweden zweimal die Stadt ein, wurden aber 1636 von den Sachsen vertrieben. Bernburg war bis 1448 Residenz der Fürsten der alten Bernburger Linie und dann (seit 1498) Witwensitz. Seit der Teilung von 1603 war es Hauptstadt der jüngeren Bernburger Linie, die 1863 erlosch (s. Anhalt). In der Nähe liegt die Saline Leopoldshall.

Bibliographie

  • Hartung, Oskar: Geschichte der Stadt Köthen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts (Köthen 1900)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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