Wolgast

Wolgast, Stadt im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Stralsund, Kreis Greifswald, an der Peene, die hier einen Hafen bildet, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Züssow–Wolgast und der Kleinbahnlinie Greifswald–Wolgast, hat eine große evangelische Kirche, zwei restaurierte Kapellen, ein Realprogymnasium, ein Amtsgericht, ein Hauptzollamt, ein Seemannsamt, eine Reichsbanknebenstelle, eine Stickereifabrik, Fabrikation von Tabak und Zigarren, ein Gussstahlwerk, Eisengießerei, Granitschleiferei, eine chemische und Zementfabrik, zwei Farbholz- und eine Dampfmahlmühle, eine Holzbearbeitungsanstalt, Einfuhr von amerikanischem Holz, Schiffbau, Schifffahrt und (1905) 8346 Einwohner, davon 41 Katholiken und 11 Juden.
Wolgast, seit 1257 Stadt, wurde 1295 Residenz der Herzoge von Pommern-Wolgast und war seit 1648 schwedisch. Die stark befestigte Stadt ward 1628 von Wallenstein, 1630 von den Schweden unter Knyphausen, 1637 von den Kaiserlichen, 1638 von den Schweden und 1675 vom Großen Kurfürsten von Brandenburg erobert, 1713 von den Russen geplündert und eingeäschert. 1815 kam Wolgast mit Neuvorpommern an Preußen.
Bibliographie
- Heberlein: Beiträge zur Geschichte der Burg und Stadt Wolgast (Wolgast 1892).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909