Swinemünde

Swinemünde, Kreisstadt im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Stettin, Kreis Usedom-Wollin, auf der Insel Usedom, heute Świnoujście in der Woiwodschaft Westpommern in Polen, an der Mündung der Swine, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Ducherow–Swinemünde, Swinemünde–Heringsdorf und Altdamm–Gollnow–Swinemünde, hat zwei evangelische, eine altlutherische und eine neue katholische Kirche, ein israelitisches Bethaus, ein Bronzedenkmal des Kaisers Wilhelm I., einen großen Hafen (Vorhafen von Stettin), der an der Seeseite durch einige Forts befestigt ist, einen Leuchtturm, ein Reformrealgymnasium, Waisenhaus, Amtsgericht, Hauptzollamt, Seemannsamt, Lotsenkommando, ein Sol- und Seebad (jährlich 33.000 Badegäste und Fremde), lebhafte Schifffahrt, Fischerei, Kohlenhandel und (1905) mit der Garnison (ein Batterie Fußartillerie Nr. 2) 13.272 Einwohner, davon 402 Katholiken und 122 Juden. Im Hafen von Swinemünde liefen 1904 ein: 583 beladene Seeschiffe zu 338.895 RT, es liefen aus: 209 beladene Schiffe zu 48.271 RT.
Der Ort wurde 1748 von Friedrich d. Gr. nordöstlich vom Dorf Westswine angelegt und erhielt 1765 Stadtrechte. In der Nähe der Zirowberg mit Aussichtsturm. S. Tafel »Seekartendarstellung«, Fig. II.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909