Kap Spartel

Kap Spartel (Cabo Espartel, Râs Ischberdil), die Nordwestspitze von Afrika an der Küste Marokkos, unter 35°47‘ nördl. Breite und 5°55± westl. Länge, am Westeingang der Straße von Gibraltar, 314 m hoch, mit einem von den europäischen Mächten unterhaltenen Leuchtturm. Spartel ist das Ampelusia der Griechen, das Cotes promontorium der Römer.

Seeschlacht bei Kap Spartel

Am 20. Oktober 1782 fand bei Kap Spartel eine unentschiedene Seeschlacht zwischen einer französisch-spanischen Flotte unter Admiral Luis de Córdova y Córdova und einer britischen Flotte unter Admiral Richard Howe statt.

Howe hatte am 11. Oktober versucht, das von den Franzosen und Spaniern belagerte Gibraltar zu verproviantieren. Vier Transportschiffe konnten in Gibraltar ankern, der große Rest wurde jedoch durch die starke Strömung ins Mittelmeer gezogen, und Howes Flotte musste folgte. Die französisch-spanische Flotte von 49 Linienschiffen, die zur Blockade der Bucht von Algeciras vor Gibraltar lag, nahm die Verfolgung auf. Am 15. Oktober gelangte Howe durch günstigen Wind in die Straße von Gibraltar zurück, und der Konvoi konnte zwischen dem 16. und 18. Oktober in Gibraltar landen.

Am 19. Oktober lichteten Howes Flotte Anker, nachdem die französisch-spanischen Flotte wieder in Sicht gekommen war. Nachdem er die Meerenge verlassen hatte, ließ Howe die Besegelung der Flotte reduzieren und bot so de Córdova den Kampf an, der am 20. Oktober Jagdordnung einnahm. Kurz nach Beginn des Gefechts befahl Howe „Retreat, all sail!“, und ließ damit die langsameren spanischen Dreidecker hinter sich.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Historische Orte