Kleomenes I.
König von Sparta
Kleomenes I., ältester Sohn des Agiaden Anaxandridas, König seit 520 n. Chr., tyrannisch und stolz, aber klug und in der seinem Volk eigenen kurzen Ausdrucksweise gewandt, leitete in der Absicht, Sparta die Hegemonie von Hellas zu verschaffen, 510 den Zug, den die Spartaner, durch das Orakel zu Delphi aufgefordert, zur Vertreibung der Peisistratiden unternahmen, der aber gegen die Absicht des Kleomenes der Demokratie in Athen zum Sieg verhalf. Ein Versuch, seinen Gastfreund Isagoras, das Haupt der Aristokraten, zur Herrschaft zu bringen, scheiterte an dem Widerstand des Volkes (508), ein Heereszug, der schon bis Eleusis vorgerückt war (506), blieb wegen des Widerspruchs seines Mitkönigs Demaratos und des Abfalls der Korinther ohne Erfolg. Glücklicher kämpfte er gegen die Argiver bei Sepeia (495). Sein übriges Leben ist bestimmt durch seine Feindschaft gegen Demaratos, er musste Sparta verlassen, ging nach Thessalien, dann nach Arkadien; von hier wurde er nach Sparta zurückberufen, wurde aber wahnsinnig und nahm sich selbst das Leben (491). Ihm folgte sein Bruder Leonidas I., der Held von Thermopylae.
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909