Söldner

Söldner, gemietete Krieger (Mietstruppen, Fremdentruppen), kommen in der Heeresgeschichte aller Zeiten vor. In der Regel waren die Söldner Ausländer und stammten aus Ländern und Gegenden, die einen Überschuss an kriegsgewohnten Männern hatten, z. B. im Altertum aus Griechenland, später aus der Schweiz, Deutschland, Böhmen (Hussiten). Sie dienten um Sold und oft auch der Beute willen, besonders da, wo den Eingeborenen der kriegerische Geist und die Kraft zur Selbsthilfe mangelte, wie z. B. in Karthago, der Hansa, England. Geworbene Söldner bilden seit Verfall des Rittertums bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Masse der Heere, zumal des Fußvolks. Das Söldnertum hörte da auf, wo der Kriegsdienst ausschließlich von Inländern versehen wurde und wo die stehenden Heere begannen. Es erschien unter den verschiedensten Bezeichnungen, als Söldnerheere, Söldnerscharen, Söldnerhaufen, Söldnerbanden, als Soldtruppen und Soldheere, ferner z. B. bei den Condottieri, Brabançons, Armagnaken, den Schweizern, Landsknechten, Fremdentruppen (s. diese Artikel). Vgl. Soldatenhandel.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe