Simferopol

Simferopol.

Simferopol (Ssimferopol, tatarisch Ak-Metschet), Hauptstadt des russischen Gouvernements Taurien, am Salgir, am Nordfuß der Krimschen Berge und an der Eisenbahn KurskCharkowSewastopol gelegen, teilt sich in die tatarische Altstadt mit kleinen Häusern und engen Gassen und in die regelmäßig angelegte russische Neustadt, hat 23 griechisch-orthodoxe und je eine armenisch-gregorianische, armenisch-katholische, evangelische und römisch-katholische Kirche, vier jüdische und zwei karaitische Synagogen und zwölf Moscheen, eine Bank, zwei Gymnasien (eins für Mädchen), ein tatarisches Lehrerseminar, ein geistliches Seminar, viele Volksschulen verschiedener Nationalitäten, eine Gartenbauschule, ein naturhistorisches Museum, sieben Zeitschriften, Denkmäler Katharinas II. und des Fürsten Dolgorukij und (1900) 60.876 Einwohner (ein Drittel Tataren). Simferopol hat sehr entwickelten Garten- und Obstbau (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche), aber geringe industrielle Bedeutung. Der Handel vertreibt hauptsächlich Tabak, Getreide, Vieh, Wein und Früchte. Simferopol ist Sitz eines griechisch-orthodoxen Bischofs, eines Mufti und des 7. Armeekorpskommandos. Unweit der Stadt sind die Überreste von Neapolis, einer von dem taurischen Fürsten Skilur und dessen Söhnen um 100 v. Chr. erbauten Stadt, die wenigstens bis zum Ausgang des 3. Jahrhunderts n. Chr. bestand. – Während der Herrschaft der krimschen Chane entstand an dem Ort, wo heute Simferopol liegt, das tatarische Ak-Metschet (»weiße Moschee«), und im 17. Jahrhundert war hier die Residenz des Kalgi-Sultans (des obersten Führers der Heere). 1736 verbrannten die Russen die Stadt. 1783 kam Ak-Metschet mit der ganzen Halbinsel an Russland, wurde Simferopol benannt und 1802 zur Gouvernementsstadt erhoben.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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