Silhouette
Silhouette, das Schattenbild eines Menschen, das entsteht, wenn dessen Umriss mit schwarzer Farbe ausgefüllt ist, in welche die inneren Linien zuweilen mit weißen Strichen leicht hineingezeichnet werden. Der Name rührt von dem französischen Finanzminister Etienne de Silhouette her, der sich um 1757 durch seine Maßregeln so verhasst machte, dass man ihn überall lächerlich zu machen suchte und namentlich alles ärmlich Aussehende à la Silhouette nannte, womit denn auch die Schattenbilder, die damals in Paris Mode waren, als armselig erscheinende Porträte bezeichnet wurden. Die Photographie hat jetzt diese Art der Porträtierung ganz verdrängt. Eine besondere Art des Silhouettierens ist die Psaligraphie (s. Ausschneidekunst).

Silhouette, bei Geschützen, Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen die äußeren Umrisse und die geometrische Form des Objekts aus Sicht eines gegnerischen Beobachters. Die Beschaffenheit der Silhouette ist ein bedeutender Faktor der Überlebensfähigkeit eines Waffensystems auf dem Gefechtsfeld. So schützt die relativ niedrige Silhouette einer Panzerabwehrkanone oder eines Sturmgeschützes nicht nur besser vor feindlicher Beobachtung als die auffällige Silhouette eines KW II oder Tiger II, sie erleichtert zudem das Tarnen des Fahrzeugs in versteckter Stellung.
Die Silhouette eines Panzerkampfwagen mit Turm lässt sich taktisch minimieren, indem der Fahrer beim überschlagenden Vorgehen in kurzen Sprüngen von einer teilgedeckten Stellung in die nächste wechselt.
Bibliographie
- Corsep: Die Silhouette (Leipz. 1899)
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909