Scheyern

Scheyern, Dorf im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Pfaffenhofen, hat eine katholische Kirche, eine Benediktinerabtei mit Lateinschule und Knabenseminar (ursprünglich Stammburg der Grafen von Scheyern) und (1905) 673 Einwohner.

Die Stammburg Scheyern, 940 von Arnulf II. erbaut, ward 1124 in ein Kloster verwandelt und den Mönchen des aufgehobenen Klosters Ufenhofen überwiesen, der Sitz des Geschlechts aber nach Wittelsbach verlegt. Seit Arnulf II. (937–954) befinden sich die Grafen von Scheyern im Besitz des Pfalzgrafenamts in Bayern. Der Hauptort dieser Pfalzgrafschaft war Neuburg, ein Reichslehen, das dann mit den Scheyernschen Erbgütern in Rain, Aichach und Hohenwart zu einem Territorium verschmolz. Ein Seitenzweig des obigen Hauses sind die Grafen von Dachau. Ein Nachkomme Arnulfs II. war Otto von Wittelsbach, der 1180 das Herzogtum Bayern erhielt und der Stammvater des jetzigen bayrischen Königshauses ist. Das Kloster ward 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben und verkauft, 1838 aber von König Ludwig I. wieder angekauft, neu eingerichtet und zur Gruft des königlichen Hauses bestimmt. Vgl. Knitl, Scheyern als Burg und Kloster (Freising 1880). Vgl. Scheyrer Christkindlmarkt.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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