Rothschloß

Rothschloß.

Rothschloß, Dorf im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Breslau, Kreis Nimptsch, der preußischen Provinz Schlesien; königliches Domänenamt, hat ein Schloss, Teiche, ausgezeichnete Landwirtschaft (Schafzucht), Steinbruch, und 250 Einwohner.

Rothschloß ist bekannt durch die „Rotschloß-Affäre“ (Affaire de Rothschloß) am 17. Mai 1741, in deren Verlauf sich 600 Preußen, nämlich Grenadiere unter dem Flügeladjutanten Major v. Winterfeldt und Leib-Korps-Husaren des späteren Leib-Husaren-Regiments (H 2) unter Oberstleutnant v. Zieten, gegen 1400 Mann unter dem k.k. Generalmajor Baranyay durchsetzten und den kaiserlichen Fouragetransport aufhoben. Mit Wirkung vom 17. Mai 1741 zum Oberst befördert, erhielt Zieten für seine Leistungen den Orden pour le mérite.

Die „Rotschloß-Affäre“ befeuerte zudem die heftige Rivalität, persönliche Feindseligkeit und das tiefe Misstrauen Zietens gegenüber dem 8 Jahre jüngeren Winterfeldt, einem absoluten Günstling Friedrichs II., der als Intellektueller des Krieges praktisch wie ein inoffizieller Generalstabschef agierte und das uneingeschränkte Vertrauen seines Königs genoss, während der volksnahe, bodenständige Zieten seine Erfolge durch harte Arbeit, persönlichen Mut, und außergewöhnliche Truppenführung errang. Winterfeldts Avancement zum Oberst wurde auf den 17. Januar 1741 rückdatiert, wodurch er Zieten in der Dienstaltersfolge (Anciennität) überholte. Die Feindseligkeit ging so weit, dass Zieten sich zeitweise weigerte, mit Winterfeldt zusammenzuarbeiten oder Befehle aus dessen Hand entgegenzunehmen. Friedrich II. litt unter der Feindschaft seiner beiden geschätzten Generäle.

Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon 4. Auflage 1857–1865

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