Phliasia

Phliasia.

Phliasia, das kaum 3 mi² große Gebiet der unabhängigen, dorischen Stadt Phlius im nordöstlichen Peloponnes war begrenzt von Sikyonia, Achaia, Argolis, Arkadia und Korinthia; es war gebirgig durch die Kölusse (Kelosse) mit dem Berg Karneates, den Arantinos und Trikaranou, bewässert durch den Asopos und war durch Weinbau berühmt. Außer Phlius waren hier noch die Städte Keleä, Trikaranou und Arantia oder Aräthyrea. Die Phliasier waren ursprünglich ionischen Stammes, und zwar Argiver; als Dorier unter Rhegnidas einwanderten, unterwarf sich der größte Teil der Phliasier; andere zogen unter dem seitherigen Regenten Hippasos nach Samos aus. Die Phliasier hatten eine aristokratische Verfassung, dann warfen sich Tyrannen auf, worauf ein oligarchisches Regiment aufkam. Als Verbündete der Spartaner kämpften die Phliasier im Perserkrieg unter Leonidas und dann bei Plataiai; um 394 v. Chr. wurden die Oligarchen vertrieben; 366 suchten sie vergebens sich der Stadt wieder zu bemächtigen, wurden aber von den Spartanern nachher zurückgeführt. Später schloss sich Phlius dem Achaiischen Bund an; unter römischer Botmäßigkeit sank es gänzlich in Dunkelheit. Jetzt sind noch unter dem Namen Staphyliki (am Asopos) Überreste von Phlius vorhanden.

Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon 4. Auflage 1857–1865

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