Sikyon

Sikyon.

Sikyon (»Gurkenstadt«), berühmte Stadt des Altertums im Peloponnes, zwischen dem Asopos und Helisson, 20 Stadien vom Meer gelegen, mit befestigtem Hafen und 40–50.000 Einwohnern. Ursprünglich ionisch, ward sie durch Phalkes, den Sohn des Temenos, auf friedlichem Wege dorisiert. Um 676 v. Chr. begründete die hundertjährige dorierfeindliche Tyrannis der Orthagoriden ihre Blütezeit. Im Peloponnesischen Kriege hielt Sikyon zu den Lakedaimonier, die aber trotzdem die demokratische Regierungsform 417 stürzten. 368 fiel Sikyon von Sparta ab und erhielt thebanische Besatzung, worauf Euphron wieder die Demokratie einführte, die sich aber bald in eine Tyrannis umwandelte. Nachdem sich Demetrios Poliorketes 303 der Stadt bemächtigt, verpflanzte er die Einwohnerschaft des Hafens und der unteren Stadt nach der Akropolis (Demetrias genannt). Der darauf beginnenden Tyrannis ward durch Aratos 251 ein Ende gemacht. Zu Pausanias‘ Zeit war die Stadt bereits fast unbewohnt. Sikyon war, durch Tonlager in der Ebene und Kupfergruben im Asopostal begünstigt, ein Hauptsitz der Erzgießerei und Malerei; in ersterer zeichneten sich Kanachos und dessen Bruder Aristokles, in letzterer Eumolpos aus, aus dessen Schule Apelles hervorging. Ruinen (Theater, Stadium, Wasserleitung) von Sikyon beim jetzigen Basilika.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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