Sd.Kfz. 124, Panzer-Artillerie II „Wespe“, 10,5 cm le.FH 18/2 auf Gw. II

Die 10,5 cm leichte Feldhaubitze 18 war das Standard-Geschütz der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In Gefechtsbatterien zu je vier Geschützen deployiert, wurde das Geschütz mit Pferden bespannt oder im Kraftzug bewegt. Panzer- und Panzergrenadierdivisionen verfügten über Artilleriebataillone mit fünf Batterien zu je sechs le.FH 18, die entweder gezogen oder selbstfahrend waren. Die erfolgreichste selbstfahrende Version der le.FH 18 basierte auf dem Fahrgestell des Panzerkampfwagens II Ausführung F, sie war als Panzerhaubitze Wespe bekannt. Die ersten von etwa 680 Pz.Kpfw. II Ausf. F wurden 1942 auf die Wespe-Konfiguration umgerüstet, und die neu aufgestellten Batterien erlebten ihren ersten größeren Kampfeinsatz in der Schlacht von Kursk im Juni 1943.
Die Produktion der Panzerhaubitze Wespe wurde 1944 eingestellt, nachdem das FAMO-Werk in Polen von der Sowjetarmee eingenommen worden war. Die vorhandenen Fahrzeuge blieben jedoch bis Kriegsende im Einsatz. Neben ihrer Rolle als Panzerartillerie wurde die Wespe häufig zur Panzerabwehr im direkten Schuss eingesetzt, wobei panzerbrechende Granaten oder Hohlladungsgeschosse gegen Beton verwendet wurden. Letztere durchschlugen 128 mm vertikaler Panzerung auf Entfernungen von 0 bis 100 Metern.
Bekannte Modelle
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:35 DRAGON 9027 D
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:35 Tamiya 35200
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:72 ESCI 8004
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:72 Italeri 7061
- Munitionsträger „Wespe“, Sd.Kfz. 124/1, 1:72 ACE 72502
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:76 Matchbox 40077
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 15 mm Battlefront Miniatures GE141
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:285 GHQ G20
- Panzer-Artillerie II „Wespe“, 1:300 Heroics & Ros G059
Technische Daten
- Sonderkraftfahrzeug 124 „Wespe“, 10,5 cm le.FH 18/2 auf Geschützwagen II
- Motor: Maybach HL62 TRM, 6-cylinder, 6191 cc, 104.5 KW @ 2600 rpm
- Geschwindigkeit: 40 km/h auf Straßen; 24 km/h im Gelände
- Tankinhalt: 170 Liter
- Treibstoffverbrauch: 120 liter/100 km auf Straßen; 180 l/100 km im Gelände
- Fahrbereich: 140 km
- Länge: 4810 mm
- Breite: 2280 mm
- Höhe: 2320 mm
- Gewicht: 11800 kg
- Bewaffnung: 10,5 cm L/26 Haubitze mit 36 Schuss, 7,92 mm MG 34
- Schussweite: 12.325 m
- Feuergeschwindigkeit: 4 bis 6 Schuss pro Minute
- Höhenrichtbereich: -5 bis +42 Grad
- Seitenrichtbereich: 56 Grad
- Besatzung: Kommandant, Fahrer, 3 Kanoniere
- Umbauten: 1942–1944
Bibliographie
- Hogg, Ian: Artillerie des 20. Jahrhunderts
Historische Verwendung
- Deutsche Wehrmacht, März 1943 bis Mai 1945
Panzer- und mechanisierte Verbände sind im modernen Bewegungskrieg auf Selbstfahrlafetten zur Feuerunterstützung angewiesen. Kanonen und Haubitzen auf Selbstfahrlafette lassen sich leichter verlegen und einsetzen als bespannte oder im Kraftzug bewegte Geschütze gleichen Kalibers. Der gepanzerte Kampfraum bietet der Besatzung zudem einen deutlich besseren Schutz als ein typischer Geschützschild. Ein Nachteil der gepanzerten Selbstfahrlafette ist jedoch, dass der beengte Kampfraum nur wenige Schuss Bereitschaftsmunition fasst, wodurch zur Versorgung einer Batterie im Gefecht zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden.