Montserrat

Montserrat (spr. mon(t)ßerrāt, »gesägter Berg«), 1) Gebirge in der spanischen Provinz Barcelona, 1237 m hoch, aus Kalksteinkonglomeraten bestehend, die auf rötlichem Tonschiefer ruhen, stürzt namentlich gegen Nordosten mit steilen Felswänden zum schluchtartigen Tal des Llobregat ab und trägt in 887 m Höhe die berühmte, 880 gegründete Benediktinerabtei Montserrat, in der sich Ignaz von Loyola eine Zeitlang aufhielt. Die von Philipp II. erbaute, 1811 durch Feuer beschädigte Kirche enthält ein wundertätiges Marienbild und wird von Wallfahrern viel besucht. Auf den einzelnen Felsenspitzen des Berges befinden sich 13 Einsiedeleien. Das Kloster wurde 1814 von den Franzosen zerstört, von Ferdinand VII. neu erbaut, aber wegen der karlistischen Unruhen von 1835 nicht vollendet. Seit 1892 führt von Monistrol eine Zahnradbahn (System Abt, 7,85 km lang) auf den auch durch seine Aussicht berühmten Berg.

Bibliographie

  • Balaguer: Montserrat, su historia, etc. (2. Aufl., Madr. 1880)

Montserrat, 2) britisch-westindischen Insel, zu den Kleinen Antillen gehörig, unter 16°43‘ nördl. Breite und 62°13‘ westl. Länge, südwestlich von Antigua, 83 km² groß, mit (1901) 12.215 Einwohnern. Die Insel ist durchaus vulkanisch, reich an heißen Quellen und Erdbeben und erhebt sich in dem Kegel Soufrière zu 915 m. Wald bedeckt das Land bis zu den höchsten Gipfeln, an den Abhängen breiten sich Zuckerrohrfelder und Limonenhaine aus. Das Klima ist tropisch. Die Einfuhr betrug 1902: 16.000, die Ausfuhr (Zucker, Melasse, Limonensaft) 18.000, die Einkünfte der Kolonie 6000, die Ausgaben 10.000, die öffentliche Schuld 11,000 Pfd. Sterl. Montserrat gehört zum Gouvernement der Leewardinseln. Hauptort ist Plymouth mit 1400 Einwohnern.

Die Insel wurde 1493 von Kolumbus entdeckt und 1632 von England besetzt; 1664–68 und 1782 bis 1784 war sie in französischem Besitz.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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