Küstenprovinz

Küstenprovinz (russ. Primorskaja Oblaßtj), russisch-sibirische Provinz des Generalgouvernements Amur (s. Karte »Sibirien«), am Japanischen, Ochotskischen und Beringmeer, grenzt im Norden an das Eismeer, im Westen an die Provinzen Jakutsk, Amur und die Mandschurei, im äußersten Süden an Korea und hat 1.854.236 km² Fläche mit (1897) 223.336 Einwohner (0,12 auf 1 km²). Von der Oberfläche beanspruchen die Inseln (Karagin, Kommandeurinseln, Wrangel, Herald etc.) 8949 km², die Landseen (Chanka, Tschikischagir etc.) 8796 km². Die Provinz zerfällt in zwei durch einen schmalen Landstreifen am Ochotskischen Meer verbundene Teile: einen größeren nördlichen, die Tschuktschenhalbinsel mit dem Anadyrgolf und Kamtschatka, und einen südlichen, vom Amur mit dem Ussuri durchflossen. An der Westgrenze zieht im nördlichen und mittleren Teil das Stanowoigebirge hin, eine Anzahl kurzer Gebirgszüge (Djugdjur, Djukdyr, Dussealin u. a.) im südlichen Teil, an der Ostküste des letzteren der Sichota Alin. Die Bevölkerung besteht im Süden aus Tungusen, Golde, Mandschuren, Giljaken etc., im Norden aus Tschuktschen, Korjaken, Lamuten, Kamtschadalen; Russen leben in den Hafenplätzen, am Amur und am Ussuri. Die Provinz zerfällt in neun Bezirke: Anadyrsk, Kommandorsk, Ochotsk, Petropawlowsk, Gishiga, Udsk, Chabarowsk, Ussuri und Südussuri. Hauptstadt ist Chabarowsk (s. d.), der wichtigste Ort aber der Hafen Wladiwostok (s. d.).

Bibliographie

  • Krahmer: Das nordöstliche Küstengebiet (Leipz. 1902)
  • Zepelin, v.: Das russische Küstengebiet in Ostasien (Berl. 1902)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Historische Orte