Hüte
Hüte (Hattar), Name einer Reichstagspartei in Schweden, die aus der 1731 gegen den Kanzleipräsidenten Horn (s. d. 3) entstandenen Opposition hervorging und 1738–65 sowie 1769–71 herrschte. Ihre bedeutendsten Führer waren F. A. v. Fersen, K. G. v. Gyllenborg, A. J. v. Höpken und K. G. Tessin (s. diese Artikel). In der äußeren Politik vertrat sie franzosenfreundliche und kriegerische, in der inneren merkantilistische Anschauungen. Seit 1738 bezeichnete sie sich, im Gegensatz zu der friedliebenden russenfreundlichen Partei der »Mützen«, offiziell als Hüte, da der Hut von jeher als Abzeichen der Freiheit und Ritterlichkeit galt. Am 24. Aug. 1772, fünf Tage nach seinem Staatsstreich, verbot Gustav III. (s. d., S. 537) die Anwendung beider Parteinamen.
Bibliographie
- Arnheim: Beiträge zur Geschichte der Nordischen Frage in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (»Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft«, 1889, 1891–92)
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909