Nicolas Fouquet, marquis de Belle-Isle

Nicolas Fouquet, Marquis de Belle-Isle, französischer Finanzminister, geb. 1615 in Paris, aus einer alten Parlamentarierfamilie, gest. 23. März 1680 in der Festung von Pignerol, schloss sich, klug und ehrgeizig, eng an Mazarin an, wurde von demselben zum Armeeintendanten, später zum Generalprokurator und 1653 zum Oberintendanten der Finanzen und zugleich zum Staatsminister befördert. Indem er die unersättliche Habgier Mazarins befriedigte, bereicherte er sich selbst zugleich aus den öffentlichen Geldern mit ungeheueren Summen. Er verwendete diese teils, um sich durch Bestechung Anhänger zu verschaffen und für seine Sicherheit einige feste Plätze zu erwerben, teils, um einen prahlerischen Luxus zu treiben, aber auch um verdiente Schriftsteller zu unterstützen. Nach dem Tod Mazarins 1661 hoffte er, leitender Minister zu werden. Aber Ludwig XIV., durch Colbert von Fouquets Veruntreuungen und angeblich verräterischen Absichten in Kenntnis gesetzt, ließ ihn 5. Sept. 1661 plötzlich verhaften. Er wurde nach langer Untersuchung durch eine besondere Kommission im Dezember 1664 nur zur Verbannung verurteilt, aber auf Befehl Ludwigs nach Pignerol gebracht, wo er in harter Gefangenschaft lebte. Die Mitwelt glaubte nicht an seine Schuld und beklagte sein Schicksal.

Bibliographie

  • Chéruel: Mémoires sur la vie publique et privée de Fouquet (Par. 1865, 2 Bde.)
  • Lair, Jules-Auguste: Nicolas Fouquet procureur général, etc. (Par. 1890, 2 Bde.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Figuren des Französisch-Spanischen Krieges, 1635–1659