Schiffskanonen

Niederländische Schiffskanone im Hof des Schifffahrtsmuseums in Amsterdam
Niederländische Schiffskanone im Hof des Schifffahrtsmuseums in Amsterdam

Schiffskanonen, wurden lange nach der alten schweren Art beibehalten, weil hier die Nachteile ihrer Unbeholfenheit nicht so fühlbar waren. Um die Feuergefahr zu verhüten, werden sie mit einem Kanonenschloss abgefeuert; der Setzer besteht aus einem Stück Tau, an welchem der Setzkolben befestigt ist, s. Flegelwischer; auch wohl bloß aus einem starken Tau. Die Lafetten bestehen aus 2 Wänden, welche auf 4 Rädern ruhen; ihre Höhe richtet sich nach der Höhe der Luken in dem Schiff. (Sie werden auch Rollpferd, Rayerd genannt). Da aber die Hinterräder die Seitenbewegung der Lafette erschweren, hat man in neuen Zeiten eine Art Rahmlafetten vorgeschlagen, die hinten auf einem Kreisbogen gedreht werden, und deren Bettung wie bei Strandbatterien eingerichtet ist; doch sind dieselben noch nicht eingeführt, weil dadurch die Lafette bei den Schwingungen des Schiffes nicht Festigkeit genug erhalten kann, und auch der Rahmen einen größeren Raum erfordert. Nur die Koronaden haben auf den englischen Schiffen eine Art Rahmlafette, welche außerhalb an einem Drehbolzen befestigt ist, und sich hinten mittelst zweier in die Quere stehenden Rollen seitwärts bewegen lässt.

Die Schiffskanonen sind teils eiserne, teils metallene; nachstehende Tafel zeigt die Anzahl der Kanonen auf allen Kriegsfahrzeugen nach alter und neuer Art.

Schiffskanonen nach alter und neuer Art
Schiffskanonen nach alter und neuer Art

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe