Tunika

Tunĭka (lat. tunica), bei den Römern ein auf dem bloßen Leibe getragenes, bis unter die Knie hinabreichendes hemdartiges Kleidungsstück aus weißer Wolle, ärmellos, namentlich bei den Frauen, oder mit Ärmeln bis zur Hand (tunica manicata), das Hauskleid für Männer und Frauen, bei gewöhnlichen Leuten das einzige Gewand. Männer gürteten sie so, dass sie nur bis an die Kniee reichte und nicht unter der Toga hervorhing. Frauen trugen darüber die lange Stola, auch Männer zwei übereinander. Die Tunika der Senatoren hatte in der Mitte einen breiten vertikalen Purpurstreifen (tunika laticlavia), die der Ritter einen schmalen (tunika angusticlavia). Die mit Palmen in Gold gestickte purpurne Tunika (tunika palmata) gehörte zur Triumphaltracht. In der katholischen Kirche früher soviel wie Alba (s. d.), seit dem 13. Jahrhundert das Obergewand des Subdiakons, von gleicher Form wie die Dalmatika (s. d.) und gleichem Stoff und gleicher Farbe wie das Messgewand (s. Kasel).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909