Baetica

Baetica (Hispania Baetica), altrömische Provinz in Hispanien (s. Karte »Römisches Reich«), nach dem Fluss Baetis (jetzt Guadalquivir) genannt, umfasste den Süden des Landes zwischen dem Anasfluss (Guadiana) und dem tarraconensischen Spanien und entsprach dem Westen des heutigen Andalusien und Granada. Baetica galt unter allen römischen Provinzen für die fruchtbarste und trieb mit seinen Landesprodukten wie mit Leinwand, wollenen Tüchern und trefflichen Waffen einen bedeutenden Handel. Nächst Ägypten lieferte Baetica das meiste Getreide nach Rom. 250 Städte rechnet Strabon in Baetica, von denen Plinius 185 mit Namen ausführt. Hauptstädte waren: Gades (Cadiz), Corduba (Cordoba), Hispal (Sevilla) und Astigi (Ecija). Als die Hauptvölkerschaften der Provinz sind zu nennen: die Turdetaner (iberischen Stammes) am Unterlauf der Flüsse Anas und Baetis, die Bastuler an der Südostküste und die Turduler im Osten. Die Volkstümlichkeit dieser Stämme verschwand seit der Besitznahme des Landes durch die Römer im 2. Jahrhundert v. Chr. fast gänzlich; namentlich fanden römische Bildung und Sitte unter den Turdetanern Eingang, und mehrere römische Schriftsteller aus der Kaiserzeit, wie Seneca, Lucanus, Mela, stammten aus diesem Teile Spaniens.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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