Franken

Franken, 1:72 Figuren HaT 6007

Franken (wahrscheinlich die »Freien« bedeutend), germanischer Stamm, der um 250 n. Chr. eine Anzahl germanischer, der taciteischen Gruppe der Istävonen zugehöriger Völkerschaften am mittleren und niederen Rhein umfasste, von denen die Chamaven, Attuarier, Ampsivarier, Sigambrer und Salier die wichtigsten waren. Wenig später sonderte er sich in die beiden Hauptgruppen der Salier am Niederrhein und der Ripuarier am Mittelrhein mit Köln als Hauptstadt. Nachdem sie sich unter fortwährenden Kriegen mit den Römern und trotz mehrfacher Niederlagen um 290 der Betuwe (s. Bataver) bemächtigt hatten, dehnten sie sich von hier aus über die Landschaft Toxandrien (jetzt Nordbrabant) aus, wurden hier zwar 358 vom Kaiser Julian unterworfen, aber in ihren Wohnsitzen belassen und mussten nur Hilfstruppen zum römischen Heer stellen. Das Verhältnis der Abhängigkeit dauerte bis zum Anfang des 5. Jahrhunderts.

Über ihre späteren Staatengründungen s. »Frankenreich«. Sprachgeschichtlich bezeichnet man mit »Niederfranken« die Bewohner jenes Gebietes, dem die eigentlichen Niederlande, Kleve und Geldern zuzurechnen sind. Die benachbarte Stufe im Übergange von diesen Niederdeutschen zu den Mittel- und Hochdeutschen bilden die »Mittelfranken« am Niederrhein mit ihren sprachlich voneinander leicht abweichenden Hauptsitzen Köln, Trier, Luxemburg und Lüttich. Im Zusammenhange hiermit heißen endlich »Oberfranken« alle die Franken, die am Obermain (»Ostfranken«), am Mittelmain (»Westfranken«), an der oberen Werra (Henneberg) und an der Rhön, ferner zwischen Unterrhein und Lahn, in den Gegenden von Frankfurt, Mainz, Darmstadt und der Pfalz sitzen. Über die Geschicke dieses oberfränkischen Gebietes s. »Franken« (Herzogtum).

Figuren

  • Franken, 3. bis 5. Jahrhundert, 1:72 HaT 6007
  • Wikinger gegen Franken, 8. Jahrhundert, 1:72 Strelets 004

Bibliographie

  • Allevi, Piersergio: Zinnsoldaten, S. 68
  • Birt: De Francorum Gallorumque origine Troiana (im »Rheinischen Museum für Philologie«, neue Folge, Bd. 51, 1896)
  • Kurth: La France et les Francs dans la langue politique du moyen-âge (»Revue des questions historiques«, 1895)
  • Rein: Die Namen Salier und salische Franken als Bezeichnungen eines Frankenstammes (Krefeld 1847)
  • Schmaus: Anfänge der Geschichte der Franken (Bamberg 1903)
  • Sergeant: The Franks, from their origine as a confederacy to the establishment of the kingdom of France and the German empire (Lond. 1898)
  • Stein: Die Urgeschichte der Franken und die Gründung des Frankenreichs durch Chlodwig (Würzb. 1897)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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