Lustreless Olive Drab 319

Colour No. 9

Lustreless Olive Drab 319 – Colour No. 9

Das 1917 für Fahrzeuge, Geschütze, und Ausrüstung der US Army eingeführte »Olive Drab« wurde aus schwarzen und ockerfarbenen Pigmenten hergestellt. Ab 1935 wurde dieser dunkeloliven Farbe Glanzlack zugesetzt, damit die Fahrzeuge in Friedenszeiten weniger leicht verkratzten und insgesamt sauberer aussahen. Glanzlacke wirken optisch dunkler und intensiver, außerdem nehmen sie weniger Staub und Schmutz an. Ab 1941 wurde wiederum »Lustreless Olive Drab« verwendet, also die glanzlose (matte) Variante des selben Farbtons. Ab 1932 verwendeten die Luftstreitkräfte der US Army (USAAF) eine dunklere Variante von Olive Drab, die als »Dark Olive Drab 41« standardisiert wurde, da das »Lustreless Olive Drab« für Flugzeuge als zu hell erachtet wurde. Bei den Pionieren, dem US Corps of Engineers, erhielt »Lustreless Olive Drab« die Bezeichnung »Colour No. 9«, weshalb manche Autoren, Hersteller, und Modellbauer die Bezeichnung »Olive Drab No. 9« verwenden, wenn sie die identischen Farbtöne »Lustreless Olive Drab« und »Colour No. 9« meinen.

Im Januar 1943 wollte eine Arbeitsgruppe der Army Resources and Production Division die Farbtöne »Dark Olive Drab 41« und »Lustreless Olive Drab« wieder zu einem Farbton zusammenfassen, dem »Army/Navy (AN) 319«. Das neue »Olive Drab 319« war identisch mit dem alten »Lustreless Olive Drab«. Die Luftwaffe hatte ihr eigenes »Dark Olive Drab 41« inzwischen aber zur besseren Infrarot-Tarnung weiterentwickelt und mied deshalb das »Olive Drab 319«. Gegen Kriegsende wurde die Qualität des »Olive Drab 319« besser. An der Mischung änderte sich nichts, aber die Pigmente waren nun hochwertiger und die Farbe insgesamt optimiert. Verglichen mit Fahrzeugen aus den Jahren 1942–1943, wirkten die neuen Fahrzeuge dunkler, weil deren »Olive Drab 319« deutlich haltbarer und lichtechter war.

David Doyle schreibt in seinem Buch »Standard Catalog of U.S. Military Vehicles«: "During WWII, all U.S. Army tactical vehicles were painted the same color", und er erklärt weiter "the same paint colour was used throughout WWII production. There was no early, late, or gloss WWII shade of paint".

Steve Zaloga kommt in seinem 2002 in Military Modelling erschienenen Artikel Olive Drab zu dem Ergebnis: "Basically, the only colour that comes close to the wartime colour is the Tamiya acrylic XF-62, with the Poly Scale acrylic [505098] a distant second". Zaloga empfiehlt, die verwendete Farbe wegen des Scale Effekts ca. 15 bis 17 Prozent aufzuhellen, aber nicht mit Weiß, sondern mit Dunkelgelb oder Ocker, da »Olive Drab 319« aus Ocker und Schwarz besteht.

Bekannte Modellfarben des »Lustreless Olive Drab 319«

  • AK interactive AK4021 Olive Drab Lustreless
  • AK interactive Real Color RC023 Olive Drab Nº9 / Nº22
  • Tamiya XF-62 Olive Drab
  • Poly Scale acrylic 505098 Olive Drab
  • Lifecolor UA 220 Lusterless Olive Drab 319
  • Vallejo Model Air 043 Olive Drab
  • Gunze Sangyo H52 Olive Drab (etwas zu grün)
  • Model Master 4728 Olive Drab FS34087 (zu hell, zu graugrün)
  • Model Master 4842 Olive Drab ANA 613 (zu hell, zu grau)
  • Pactra A30 FS 34087 Olive Drab (zu grün)
  • Humbrol 155 Olive Drab (zu grün)
Verwittertes »Olive Drab 319« an einem M3A1 Halbkettenfahrzeug der französischen Armee, 1:72 Hasegawa MT6
Verwittertes »Olive Drab 319« an einem M3A1 Halbkettenfahrzeug der französischen Armee, 1:72 Hasegawa MT6

Bibliographie

  • Doyle, David: Colors and Markings of U.S. WW2 Vehicles (Military Vehicles Magazine Nr. 99, Okt. 2003)
  • Doyle, David: Standard Catalog of U.S. Military Vehicles, 2nd Edition (2008)
  • Zaloga, Steve: Olive Drab (Military Modelling, 2002)

Olive Drab