Ulama

Ulama oder Ulema (arab., Plural von âlim, »Wissender, Gelehrter«), in der Türkei Name der Theologen-Juristen, die ihre Studien in einer Medresse abgeschlossen haben. An ihrer Spitze steht der Scheich ul-Islâm (s. d.), die zweite und dritte Stelle nehmen die beiden Kasiasker (s. d.) ein, die vierte der Stambul Efendissi, der Oberrichter von Stambul. Dann folgen die Kadis (s. d.), Muftis (s. d.), Professoren der Medressen (s. d.), Moscheebeamten. Wie die Militär- und Zivilbeamten, haben auch die Ulama Rangklassen, über deren Beachtung in persönlichem und schriftlichem Verkehr durch vorgezeichnete Höflichkeitsformen eifersüchtig gewacht wird. Sie sind: 1) Maschjachat-i-islamije (Scheichulislamat), 2) Kaziaskerlik, 3) Stambul Kadiligi, 4) Haramain-i-Muhtaremein, 5) Bilâd-i-chamse, 6) Machradsch, 7) Daurije, 8) Mewlewijet, 9) Muderrislik, 10) Kadilik. Als Abzeichen tragen die Ulama den Turban, d. h. einen mit der Kopfbinde (Imâma) umwundenen Fes oder eine ebenso umwundene steife Filzmütze. Die Ulama bilden ein einflussreiches hierarchisches Element. Ähnlich den Ashâb (Genossen des Propheten Mohammed) unter dessen unmittelbaren Nachfolgern bilden sie ein Gegengewicht gegen den Autokratismus des absoluten Kalifen.

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