Keltiberer

Keltiberer

Keltiberer (lat Celtiberi), Volk im alten Spanien, aus Vermischung der eingewanderten Kelten mit den eingeborenen Iberern entstanden und daher von den Griechen Keltiberer benannt; sie selbst kannten nur die Namen der einzelnen Stämme: Arevaker, Murboger, Beronen, Peledoner, Lusonen, Beller und Dittaner. Die Keltiberer hatten die Hochebene am oberen Iberus in Besitz. Das Land war von steilen Bergketten durchzogen, rauh und unfruchtbar, das Volk der Keltiberer das kriegerischste in ganz Spanien. Sie hatten nur wenige Städte, wie Clunia, Segovia, Numantia, und wohnten meist in Dörfern oder halbnomadisch als Hirten, da das Land fast bloß zur Schafweide geeignet war. Sie hatten den keltischen Körpertypus (blonde Haare, blaue Augen und hohe Gestalt) beibehalten, aber iberische Sitte, Tracht, Bewaffnung und Sprache angenommen. Die Keltiberer machten unter allen Völkerschaften Spaniens den Römern, denen sie anfangs gegen die Karthager beigestanden hatten, am meisten zu schaffen. Ihr Abfall führte 212 v. Chr. den Untergang der Brüder Publius Cornelius und Gnaeus Cornelius Scipio herbei. M. Porcius Cato der Ältere trat zuerst 195 kräftig gegen sie auf. Ti. Sempronius Gracchus zerstörte 179 viele ihrer festen Plätze und brachte sie in eine Art von Abhängigkeit. Viele Niederlagen erlitten die Römer durch die Rumantiner; selbst Rumantias Zerstörung 133 v. Chr. brach nicht den stolzen Freiheitsmut der Keltiberer. Unter Sertorius erneuerten sie den Krieg, und erst nach dessen Untergang war die Unterwerfung vollständig. Nun fanden römische Sprache, Kleidung und Sitten Eingang, und das Land ward ein Teil des Conventus Cluniensis der römischen Provinz Hispania Tarraconensis.

Figuren

  • Keltiberer, 1:32 HäT 9211
  • Kelten

Bibliographie

  • Garofalo: I Celti nella peninsola iberica (in La Cultura, 1900)
  • Phillips: Die Wohnsitze der Kelten auf der Pyrenäischen Halbinsel (Wien 1872)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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