Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS)

Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS), 1943–1945
Schwerer Wehrmachtsschlepper, gepanzert. Dieses antike Modell im Maßstab 1:87 von ROCO hat eine längere Ladefläche erhalten. Fehlende Bordwände wurden durch selbstgebaute Teile aus Metallgitter und Polystyrolplatten ersetzt. Der sWS besitzt nun einen Auspuff, Frontscheinwerfer und Rücklichter, Peilstangen mit daran befestigten Rückspiegeln, Werkzeug, Handgriffe, Nummerschilder, eine Anhängerkupplung, und weitere Kleinteile.

Die Wehrmacht besaß eine sehr vielfältige Modellpalette hochwertiger Halbkettenfahrzeuge, die sich durch exzellente Geländegängigkeit auszeichneten, aber aufwendig zu produzieren waren und im Felde größeren Wartungsaufwand erforderten als vergleichbare Fahrzeuge der Alliierten. Unter dem Eindruck der großen Nachschubprobleme während der Winterkrise 1941/1942 forderte Hitler einen weniger aufwendigen Halbketten-Zugkraftwagen, mit mehr Drehmoment und geringerer Geschwindigkeit, als Ersatz für die mittleren Zugkraftwagen 5 t (Sd.Kfz. 6). Der neue, standardisierte Wehrmachtsschlepper sollte 3 t Nutz- und 6 t Anhängelast transportieren können. Das leichte Modell kam über den Prototyp nicht hinaus; vom schweren Wehrmachtsschlepper wurden 1943 bis 1945 bei Büssing-NAG und Ringhoffer-Tatra nur 825 Fahrzeuge produziert. Diese Zahl reichte bei weitem nicht aus, um die erheblichen Verluste an der Ostfront auszugleichen.

Wegen seiner niedrigen Geschwindigkeit von nur 27 km/h, verglichen mit 55 km/h des Sd.Kfz. 6 oder 53 km/h des T-34 Kampfpanzers, konnte der schwere Wehrmachtsschlepper den Panzer-, Panzergrenadier-, und motorisierten Schützenverbänden nicht folgen. Sein Einsatz blieb auf die Infanterie beschränkt, wo er hauptsächlich Nachschub transportierte. Bei schnellen Stellungswechseln oder Rückzügen kam es häufig zu Verlusten, wenn langsame Fahrzeuge von der eigenen Truppe aufgegeben wurden.

Bekannte Modelle des sWS

  • Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS), 1:72 MACO 7201
  • Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS), gepanzert (späte Ausf.), 1:72 MACO 7207
  • Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS), 1:87 Artmaster 80538
  • Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS), gepanzert, 1:87 ROCO 126

Selbstfahrlafetten auf sWS

  • 2 cm Flak-Vierling 38 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:72 MACO 7212
  • 2 cm Flak-Vierling 38 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:87 ROCO 128
  • 3.7 cm FlaK 43 auf Sfl. sWS, 1:72 MACO 7206
  • 3.7 cm FlaK 43 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:72 MACO 7201
  • 3.7 cm FlaK 43 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:72 MACO 7211
  • 3.7 cm FlaK 43 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:87 ROCO 127
  • 8,8 cm L/71 PaK 43/41 (Scheunentor) auf Sfl. sWS, armoured
  • 12,8 cm L/55 Kanone 81/1 (K 44) auf Sfl. sWS, armoured
  • 15 cm Panzerwerfer 42 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:35 Italeri 356
  • 15 cm Panzerwerfer 42 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:72 Revell 03264
  • 15 cm Panzerwerfer 42 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:72 MACO 7204
  • 15 cm Panzerwerfer 42 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:87 ROCO 131
  • 15 cm Panzerwerfer 42 auf Sfl. sWS, gepanzert, 1:87 Artmaster 80539

Mögliche Truppenumbauten des sWS

  • sWS, gepanzert, mit 60 cm IR-Scheinwerfer (Uhu), 1:35 Great War Hobby L3511
  • sWS, gepanzert, mit 60 cm IR-Scheinwerfer (Uhu), 1:87 ROCO 129
  • sWS, gepanzert, mit 60 cm IR-Scheinwerfer (Uhu), 1:87 Artmaster 80540
  • sWS, gepanzert, mit FuMG 64 Mannheim, 1:87 ROCO 130
  • sWS, gepanzert, mit Kdo.Ger.41 und Entfernungsmessgerät Basis 4 m (Em4mR)
  • sWS, gepanzert, mit Ringtrichter-Richtungshörer (RRH), 1:87 ArsenalM
  • sWS Pritsche und Plane, 1:87 ROCO 126
  • sWS Schützenpanzerwagen, 1:87 ROCO 126

Technische Daten

  • Schwerer Wehrmachtsschlepper (sWS)
  • Motor: Maybach HL42 TRKMS 6-Zylinder; 4170 ccm; 75 kw @ 2800 u/min
  • Getriebe: 4F 1R; zwei Übersetzungen
  • Höchstgeschwindigkeit: 27,4 km/h
  • Reichweite: 300 km auf Straßen; 150 km im Gelände
  • Länge: 6675 mm
  • Breite: 2500 mm
  • Höhe: 2070 mm (2800 mm mit Plane)
  • Gewicht: 9500 kg (13.500 kg gepanzert)
  • Besatzung: Fahrer und Beifahrer
  • Produktion: 1943–1945 (825 Stück)

Historische Verwendung

  • Deutsche Wehrmacht, 1943–1945
  • Tschechoslowakischer Tatra 809 Halbketten-Zugkraftwagen, 1953

Der schwere Wehrmachtsschlepper ist ein gutes Beispiel für leichte Beute: ein auffällig großes und schön langsames Ziel, ohne oder mit nur leichter Panzerung. Die Vorstellung, ein derartiges Fahrzeug könnte als Behelfschützenpanzer oder Pakwagen in Betracht gezogen worden sein, grenzt schon an Wahnsinn. Wargamer und Modellbauer sind in der beneidenswerten Lage, über solche Fakten großzügig hinwegsehen zu können. Der britische Wargame-Pionier Charles Grant scheute sich jedenfalls nicht: in seinem Buch »Battle! Practical Wargaming« fährt sowjetische Infanterie im Maßstab 1:76 von Airfix auf schweren Wehrmachtsschleppern im Maßstab 1:87 von ROCO ins Gefecht.

Figuren und Fahrzeuge der Deutschen Wehrmacht