Zinnpest

Zinnpest

Zinnpest, eine umgangssprachliche Bezeichnung für die allotrope Umwandlung des weißen, metallischen Zinns in das graue, nichtmetallische Zinn, wobei es bröcklig, mit den Fingern zerreibbar wird, an Volumen zunimmt, aber an spezifischem Gewicht verliert. Die Zinnpest tritt oft ohne erkennbare Ursachen auf, sie wird durch Kälte und Feuchtigkeit begünstigt und kann durch Berührung von gesundem mit krankem Zinn eingeleitet werden. Die Bilder zeigen von der Zinnpest befallene Zinnfiguren von Games Workshop.

Zinnpest

Silberweißes Zinn ist bei Temperaturen zwischen 16 und 181 Grad beständig. Bei Temperaturen unter 13,2 Grad beginnt die Umwandlung in graues Zinn. Die Kornstruktur des Zinns löst sich auf und das Material zerbröselt zu Pulver. Das Zerbröseln des Werkstoffs wird dadurch begünstigt, dass graues Zinn ein etwa 30 Prozent größeres molares Volumen als weißes Zinn hat. Die Farbschicht bemalter Zinnfiguren wird durch die Ausdehnung des Werkstoffs regelrecht gesprengt.

Krankes Zinn wird durch Umschmelzen wieder gesund. Zeigt sich die Zinnpest an Kunstsachen, so koche man diese anhaltend in weichem Wasser mit einer Messerspitze Soda und reibe mit feuchtem, weichem, in Schlämmkreide getauchtem Lederlappen ab. Die Zinnpest hat wohl verschuldet, dass so wenige alte Zinnsachen erhalten sind. Vgl. Kunststoffkorrosion an Figuren.

Die Zinnpest kann durch Legieren mit Antimon oder Bismut verhindert werden. Stannol Lötzinn S-Bi58Sn42 nach ISO 9453:2006 enthält 58% Bismut, das sich gut zum Legieren mit Reinzinn eignet.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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