Zincirli

Zincirli (Sendschirli »Kettenort«), von Kurden bewohntes, 530 m hoch gelegenes Dorf im Sandschak Dschebel-Bereket des asiatisch-türkischen Wilajets Adana, 10 km nordnordöstlich von Islahiye, mit den Ruinen der Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums Sam’al, die 1883, 1888–94 und 1902 auf Kosten des Berliner Orientkomitees, namentlich durch Humann, Puchstein, v. Luschan, Koldewey und Euting, zum Teil ausgegraben worden sind. Sie bestehen aus einem künstlichen Hügel (vom doppelten Umfang des Berliner Schlosses) mit der Burg und einer mit zwei konzentrischen, kreisrunden, mit je 100 Türmen und nur drei Toren versehenen Mauern umgebenen Unterstadt (Durchmesser des äußeren Ringes 700 m). Das reliefgeschmückte Burgtor stammt etwa aus dem Jahr 1000 v. Chr. In der Burg wurden vier Gebäudemassen gefunden: im Westen ein großer Königspalast aus dem 8. Jahrhundert, im Nordosten ein zweiter, unter ihm ein älterer Bau mit sehr dicken Mauern und zwei sehr großen Türmen, endlich eine Anlage mit 13 fächerartig geordneten Räumen; außerdem die Statue mit aramäischer Inschrift des Königs Panam-muwa, Vasallen Tiglat-Pilesers III. (745–727), von seinem Sohn Bar-Rakib errichtet, und eine assyrische Stele Asarhaddons, um 670 bei seiner Rückkehr von der Zerstörung von Memphis aufgestellt.

Bibliographie

  • Humann und Puchstein: Reisen in Kleinasien und Nordsyrien (Berl. 1890, mit Atlas)
  • Luschan, Felix von: Ausgrabungen in Sendschirli (Berl. 1893–1902)
  • Müller, D. H.: Die altsemitischen Inschriften von Sendschirli (Wien 1893)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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