Strategischer Durchbruch

Strategischer Durchbruch, Heeresbewegungen eines Angreifers gegen die Mitte eines Gegners, der in langer Linie, auf breitem Raum oder in getrennten Heeresteilen aufgestellt ist. Die Operation beabsichtigt eine Trennung der Flügel des feindlichen Heeres, die im Falle des Gelingens große Erfolge in Aussicht stellen kann, weil vielleicht der Angreifer die getrennten Teile des Gegners nacheinander schlagen kann. Anderseits birgt aber jeder Durchbruch (in den großen Operationen wie auf dem Schlachtfeld) die Gefahr, vom Feind umfasst zu werden, womit der ursprüngliche Vorteil in das Gegenteil umschlägt.

Mit dem Anwachsen und der Verbesserung der Nachrichten- und Verkehrsmittel ist der strategische Durchbruch gegen früher sehr erschwert (auf dem Schlachtfeld macht die nach Intensität und Weite gesteigerte Waffenwirkung einen Durchbruchsversuch nahezu aussichtslos). Beispiele für einen gelungenen strategischen Durchbruch sind Friedrichs d. Gr. Einfall in Böhmen 1757 und Bonapartes Kriegführung 1796; hingegen scheiterte der von Napoleon I. 1815 versuchte Durchbruch.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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