Stellung

Stellung

Stellung, des einzelnen Soldaten, sowohl mit, als ohne Gewehr, ist diejenige Lage seines Körpers, in welcher er am leichtesten, richtigsten und zugleich mit dem größten Anstand, sein ganzes Exerzitium ausführen kann. Die Stellung muss daher natürlich, frei, und ungezwungen sein; nur wenn sich der Mann seinem natürlichen Wuchs, aus Vernachlässigung, zuwider trägt, darf er gezwungen werden, sie richtige Haltung wieder einzunehmen. Hauptsächlich dient zu einer guten Stellung folgendes:

Die Absätze sind auf eine Linie gesetzt, und so nahe an einander, wie es der Körperbau des Mannes erlaubt; die Fußspitzen sind gleich weit auswärts gedreht, so dass die Füße einen rechten Winkel bilden, die Knie zurückgezogen, ohne sie steif zu halten, der Leib senkrecht auf den Hüften. Die Brust und der Oberleib sind etwas vorgebracht, die Schultern sind zurückgelegt, nachlässig gesenkt, und in gleicher Höhe; die Arme längs dem Leib hängend, die Ellenbogen nahe am Leib, die Handballen ein wenig auswärts gedreht, die Hände geöffnet. Der Kopf ist gerade und ungezwungen, das Kinn gegen den Hals gezogen, doch ohne ihn zu bedecken; der Blick frei vor den Mann hin, nicht auf den Boden geheftete. – Erst wenn der Soldat in dieser Stellung, so wie in den Wendungen und dem Marsch völlig geübt ist, gibt man ihm das Gewehr in die Hand, und lehrt ihn die Stellung mit demselben.

Die Flinte wird bei allen Armeen auf der linken Schulter getragen. Die linke Hand umfasst den Kolben so, dass die 4 Finger unter demselben sind, und die Kolbennase zwischen dem Daumen und dem ersten Finger liegt. Der Ballen dieser Hand ist an den auswärts stehenden flachen Teil des Kolbens angedrückt, der linke Arm unmerklich gebogen, der Ellenbogen zurück und am Leib, ohne fest angedrückt zu sein. Bei dieser Lage des Arms wird das Gewehr gehörig an der Schulter anliegen, ohne sich gegen den Kopf, oder entgegengesetzt, zu neigen, auch bei der Bewegung der Schenkel sich weder in die Höhe heben, noch schwanken. Es ist nicht nötig, dass das Gewehr genau senkrecht in die Höhe stehe, allein der Hahn darf nicht auswärts, noch inwärts liegen.

Die Büchse der Jäger und Schützen (auch das Gewehr der Unteroffiziere usw.) wird im rechten Arm getragen. Dieser ist dabei gerade herunter ausgestreckt; die rechte Hand ergreift die Büchse in der Dünnung des Schaftes, unter dem Schloss, so dass Daumen und Zeigefinger vorn sind, und der Bügel zwischen ihnen ist, die drei anderen Finger aber hinten liegen. Die Büchse wird oben fest an der rechten Schulter gehalten, und senkrecht getragen.

Das Seitengewehr der Kavallerie (zu Fuß) wird ebenfalls in der rechten Hand gehalten, und zwar so, dass der Daumen und die beiden nächsten Finger den Griff desselben umfassen, während die beiden anderen Finger hinten liegen. Der rechte Arm hängt nicht völlig ausgestreckt an der Seite herunter; das Gefäß wird an die Lende gedrückt; der Rücken der Klinge ruht an der Schulter. Die linke Hand umfasst die Scheide und der Arm bleibt ausgestreckt. Zu Pferde umfasst die rechte Hand den Griff mit dem Daumen und den drei nächsten Fingern; der kleine Finger bleibt hinter dem Griff. Das Gefäß wird auf die rechte Lende gesetzt, die Klinge gerade aufgeführt, beim Säbel aber, wegen ihrer Krümmung, mit ihrem Rücken an die Schulter gelegt. –

Diese Stellung, mit oder ohne Gewehr, darf der Soldat nicht eher verlassen, als bis er die Erlaubnis dazu durch das Kommando: »Rührt euch!« erhalten hat. Sollte sie während des Marsches verloren gegangen sein, so wird sie auf das Kommando: »Halt!« jedes Mal wieder hergestellt; er nimmt sie auch beim Antreten oder nach dem Rühren, auf das Kommando: »Stillgestanden!« an, nur dass hier bei der Haltung des Gewehrs ein Unterschied stattfindet. (S. Antreten).

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

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