Sklavenküste

Sklavenküste

Sklavenküste (Beninküste), Küstenstrich in Westafrika, an der Bai von Benin, zwischen Voltafluss und Beninmündung, zu Beginn des 20. Jahrhunderts politisch zu England (Goldküste und Lagos), Deutschland (Togo) und Frankreich (Dahome) gehörig, benannt nach dem früher hier schwunghaft betriebenen Sklavenhandel. Hinter einem niedrigen, gleichförmig verlaufenden schmalen Uferstreifen ziehen sich langgestreckte Lagunen hin, welche die Flüsse aufnehmen, aber nur schmale Ausgänge zum Meere haben. Dahinter steigt das 60-70 m hohe Land zu den mit wenigen Bäumen und niederem Strauchwerk bedeckten Tafelländern des Binnenlandes auf, die von Gebirgen (400-800 m) im weiten Bogen umzogen werden. Vom Volta zieht es bis Nupe, nördlich zu den Steppen steil abstürzend, nach Süden in Stufen absteigend. Granit, Basalt und Trapp sind vorherrschend, ein großer Teil ist Lateritboden; nur in den Tälern der Flüsse findet sich schwärzliche, fruchtbare Erde. Diese (Mono, Ouemé, Ogun) können in der Trockenzeit durch die Lagunen zum Meer nicht vordringen; nur bei Hochwasser öffnen sich stets wechselnde Kanäle, der Ouemé ist bis Dogba schiffbar.

Flora und Fauna sind dieselben wie an der Goldküste, das Klima gilt als das gesündeste der westafrikanischen Küste, doch herrschen auch hier gefährliche Fieber. Die mittlere Temperatur beträgt 26,2° (Maximum 35,2°, Minimum 20,5°). Es gibt zwei Regenzeiten, die Niederschlagsmenge steigt nach Osten zu. Die Bevölkerung besteht westlich des Ogun aus Ewe, östlich aus Joruba. Die ersteren (Anto, Aweno, Agbosome, Wenji, Togo u. a.) sind groß und wohlgebaut, von regelmäßigeren Zügen, weniger dunkler Haut als ihre westlichen Nachbarn und großer Reinlichkeit, die Joruba friedfertig und gelehrig. Die aus Brasilien zurückgekehrten freigelassenen Sklaven, vielfach vermischt mit portugiesischem Blut, die Mina, machen als gewandte Händler den europäischen Kaufleuten erfolgreich Konkurrenz, sprechen zum Teil ein verderbtes Portugiesisch und führen meist portugiesische Namen. Einige portugiesische Familien an der Dahoméküste stammen aus der Zeit, wo Portugal hier Fort Ajuda besaß.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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