Skalpieren

Skalpieren

Skalpieren (engl., v. Lat.), das Abziehen der Kopfhaut des erschlagenen Feindes (Skalp), um sie als Kriegstrophäe und Zeichen der Tapferkeit und des Sieges mit nach Hause zu bringen, zunächst bei den nordamerikanischen Indianern, besonders denen östlich der Felsengebirge und in Südamerika. Spuren des Skalpierens finden sich bei den alten Galliern, den Westgoten, Franken, Angelsachsen, Malaien, Juden (2. Makkabäer 7, 7), den afrikanischen Eingeborenen, besonders aber bei den Skythen. In der Tat gleichen nach Herodot die Skythen den Indianern vollkommen in der Technik des Abziehens wie den Beweggründen für die Sitte. Diese ist bei den Indianern älter als die Berührung mit den Weißen; sie hat sich aus dem Abschneiden und dem unbequemen Mitnehmen des ganzen Kopfes auf weite Entfernungen entwickelt. Der Teil trat vollgültig an die Stelle des Ganzen. Großen Aufschwung und scheußliche Form nahm das Skalpieren an, als seit 1627 die Puritaner von Neuengland Prämien auf Köpfe, später auf Skalpe von Eingeborenen, Männern, Frauen und Kindern, setzten. Noch 1764 wurde von Pennsylvanien eine Preisliste veröffentlicht. In Kanada haben die Franzosen Prämien auch für Skalpe ihrer weißen Nachbarn ausgesetzt.

Bibliographie

  • Charles, William: A scene on the frontiers as practiced by the "humane" British and their "worthy" allies (Philadephia, 1812)
  • Friederici: Skalpieren und ähnliche Kriegsgebräuche in Amerika (Braunschweig 1906)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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