Schlachtenmalerei

Schlachtenmalerei

Schlachtenmalerei, eine Gattung der Geschichts- oder Genremalerei, die Massenkämpfe zur Anschauung zu bringen sucht. Insofern die früheren Schlachten weniger in geregelten Massen, die den malerischen Darstellungen widerstreben, als vielmehr in lauter Einzelkämpfen, wo persönlicher Mut den Ausschlag gab, sich bewegten, eigneten sie sich mehr für die künstlerische Darstellung als die modernen Schlachten, weshalb sich die neueren Schlachtenmaler mehr auf Hervorhebung von Episoden beschränkt haben. Doch ist es einigen von ihnen auch gelungen, Massenangriffe mit großer Lebendigkeit zu schildern (Franz Adam, Bleibtreu). Mannigfaltigkeit gewinnen dergleichen Gemälde namentlich durch das Hinzukommen der Pferde.

Aus dem Altertum ist die in Pompeji gefundene Alexanderschlacht (Schlacht bei Issos, 333 v. Chr.) in Mosaik erhalten. Als Schlachtenmaler waren auch Euphranor, Nikias und Nealkes berühmt. Das bedeutendste Schlachtenbild der Renaissancezeit ist die wohl auf einen Entwurf Raffaels zurückgehende Konstantinsschlacht, während von Leonardos und Michelangelos Schlachtenkartons nur Vorstudien, Zeichnungen und Stiche nach einzelnen Gruppen auf uns gekommen sind. In heroischem Stil wie diese sind auch Lebruns Alexanderschlachten und Rubens’ Amazonenschlacht gehalten.

Schlachten in kleinerem Format, Überfälle etc. malten und stachen unter anderen: A. Tempesta, E. van de Velde, I. Asselyn, P. Snayers, R. van Hoeck, I. Callot, Ph. Wouwerman, Bourguignon, A. F. van der Meulen, G. Ph. Rugendas, Casanova. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die Deutschen W. v. Kobell, P. Krafft, P. Heß, A. Adam, Steffeck, die Franzosen H. Vernet, Steuben, Pils, Bellangé zu nennen. Die hervorragendsten modernen Schlachtenmaler sind: F. Adam, Bleibtreu, Camphausen, Hünten, Emelé, H. Lang, I. Brandt, O. v. Faber du Faur, Th. Rocholl, C. Röchling, R. Haug in Deutschland, S. L’Allemand in Österreich, Meissonier, de Neuville, Detaille in Frankreich. Eine Abart der modernen Schlachtenmalerei ist die Panoramadarstellung (s. Panorama).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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