Schlacht bei Hohenfriedeberg, 04. Juni 1745

Schlacht bei Hohenfriedeberg, 04. Juni 1745

Hohenfriedeberg (ehemals Friedberg in Schlesien), Stadt und Luftkurort im ehemaligen preußischen Regbez. Liegnitz, Kreis Bolkenhain, heute Dobromierz in Polen, am Striegauer Wasser, 296 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath Kirche, Diakonissenheim und (1900) 716 Einwohner. Dabei liegt die Siegeshöhe (393 m ü. M.) mit Aussichtsturm.

Hohenfriedeberg ist bekannt durch die Schlacht im Zweiten Schlesischen Krieg, 04. Juni 1745, zwischen Friedrich dem Großen und dem Prinzen Karl von Lothringen. Friedrich befand sich nach dem unglücklichen böhmischen Feldzug 1744 und seinem Rückzug nach Schlesien in ungünstiger Lage, da Maria Theresia nach dem Frieden mit Bayern zu Füssen und einem neuen Bunde mit England und Holland an die Wiedereroberung Schlesiens dachte. Sie nahm Oberschlesien, und Prinz Karl von Lothringen brach mit 90.000 Österreichern und Sachsen von Böhmen über das Riesengebirge in Mittelschlesien ein. Der König stand mit 60.000 Mann bei Schweidnitz, verleitete seinen Gegner durch die falsche Kunde von seinem Rückzug auf Breslau zu unvorsichtigem Vormarsch und griff unvermutet 4. Juni früh 4 Uhr bei Striegau an. Der Vortrab, Sachsen, war rasch zersprengt, Friedrich warf sich auf die Österreicher bei Hohenfriedeberg, die sich in Schlachtordnung hatten aufstellen können und hartnäckigen Widerstand leisteten. Erst die Angriffe der Bayreuth-Dragoner unter General v. Geßler brachten die österreichische Infanterie zum Weichen. Schon früh 08:30 Uhr war der Sieg erfochten, der den Verbündeten einen Verlust von 4 Generalen, 200 Offizieren und 9000 Mann an Toten und Verwundeten, von 7000 Mann Gefangenen, 60 Kanonen sowie 83 Fahnen und Standarten brachte.

Die Preußen hatten nur 5000 Mann eingebüßt. Ausgezeichnet in der Kriegsgeschichte steht in dieser Schlacht die Tapferkeit des preußischen Dragonerregiments Bayreuth (später Königin-Kürassiere) da, das 20 österreichische Bataillone sprengte, 2500 Gefangene machte und nebst mehreren Kanonen 66 (oder 67) Fahnen eroberte.

Schlacht bei Hohenfriedeberg, 04. Juni 1745

Bibliographie

  • »Die Kriege Friedrichs des Großen«, herausgegeben vom Großen Generalstab, II, 2 (Berl. 1895)
  • Helmolt: Hohenfriedeberg und Geßler (Beilage zur »Leipziger Zeitung« vom 12. Dez. 1895)
  • Hoffmann, A.: Der Tag von Hohenfriedeberg und Striegau (2. Ausg., Oppeln 1902)
  • Keibel: Die Schlacht von Hohenfriedeberg 4. Juni 1745 (Berl. 1899)
  • Knötel, Richard: Im Siegesjubel der Schlacht von Hohenfriedeberg, 4. Juni 1745

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Fragen und Antworten

Bitte nehmen Sie bei facebook oder im Miniatures Forum Kontakt mit der Redaktion der Military Miniatures Zeitschrift auf, wenn Sie weiterführende Information zum Thema wünschen.

Zweiter Schlesischer Krieg, 1744–1745