Schipkapass

Schipkapass, 1334 m hoher Übergang über den mittleren Balkan zwischen Bulgarien und Ostrumelien, nach dem bulgarischen Dorf Schipka (634 m ü. M.) an seinem steileren Südabfall benannt. Der mit einer leidlichen Fahrstraße versehene und leicht passierbare Pass ist einer der wichtigsten Balkanpässe, weil in ihm die Straße von der Donau her über Plewna und Sewiljewo mit den Straßen von Rustschuk über Tirnowa und von Schumen über Eski Dschumaja zusammenläuft und über Kazanlyk am Südfuß des Balkans ins Tundschatal führt.

Im russisch-türkischen Krieg 1877 wurde der Schipkapass von den Russen, als sie Anfang August aus Rumelien vertrieben wurden und sich auf die Nordseite des Balkans zurückzogen, rasch befestigt. Vom 21. bis 26. Aug. versuchte Suleiman Pascha wiederholt, die russische Stellung zu erstürmen, wurde aber unter ungeheuren Verlusten von Radetzkij zurückgeschlagen. Ein zweiter Versuch (9.–17. Sept.) misslang ebenfalls; die Türken mussten sich auf die Beobachtung und gelegentliche Kanonade der russischen Stellung beschränken, bis die Russen Anfang Januar 1878 wieder angriffen, 9. Jan. die türkische Armee (32.000 Mann) umzingelten und gefangen nahmen. Am 28. Sept. 1902 wurden unter Anwesenheit des Fürsten Ferdinand und des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch auf dem Schipkapass eine Gedächtniskirche und ein Seminar eingeweiht.

Bibliographie

  • Schröder: Der Schipkapass im Jahr 1877 (Berl. 1881)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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