Konföderierte Pioniere

Testbericht der Revell Figuren im Maßstab 1:72

Konföderierte Pioniere, 1:72 Figuren Revell 02564

Die Pioniere von Revell scheinen mit dem Anlegen von Feldbefestigungen, Wegen oder Brückenrampen beschäftigt zu sein. Ein ziemlich aufgeregter Offizier der Pioniertruppe beaufsichtigt die Arbeiten, während seine Soldaten mittlere Feldsteine räumen, eine fiktive Last am frei schwebenden Seil ziehen, Gräben ausheben, Sandsäcke transportieren, Wasser holen, oder mit der Nivellierlatte in der Hand darauf warten, dass der Offizier mit dem Nivelliergerät endlich zum Dienst erscheint. Letzterer fehlt leider, und ohne ihn kann die erforderliche Geländevermessung nicht stattfinden.

Inhalt

31 Figuren in 10 Posen - 25 mm entsprechen 180 cm Körpergröße

  • Offizier mit Geländeplan (1)
  • Pionier mit Nivellierlatte (4)
  • Pionier mit Spitzhacke (4)
  • Pionier mit Stechschaufel (2)
  • Pionier mit Eimer (4)
  • Pionier beim Räumen von Steinen (4)
  • Pionier mit Bauholz (4)
  • Pionier mit Sandsack (4)
  • Zwei Pioniere beim Seilzug (2)
  • Spanischer Reiter (4)
  • Holzkiste (3)
  • Schanzkorb (5)
  • Drei Fässer (2)

Bewertung

Die Hosen der Soldaten sind so auffällig verkrumpelt, dass sich darunter kein Oberschenkel, Knie, oder Gesäßmuskel mehr abzeichnet. Das Bemalen und Schattieren dieser unzähligen, unnatürlich wirkenden Falten hat uns überhaupt keinen Spaß gemacht, und das Ergebnis sieht grotesk aus. Es finden sich extreme Falten auf Oberschenkeln und an den Innenseiten der Unterschenkel, die als klaffende Risse interpretiert werden müssen, obwohl derart schlabbrige Hosen gerade an diesen Stellen bestimmt nicht platzen.

Die Gesichter dieser Figuren sind hingegen zu wenig detailliert. Der Pionier mit dem Sandsack trägt eine Hundeschnauze im Gesicht, weil sein riesiger Schnurrbart so weit absteht wie die Nasenspitze. Der Soldat mit der Nivellierlatte besitzt praktisch kein Gesicht, denn seine Wangenknochen sind zu stark ausgeprägt, Augenhöhlen und Nasenrücken fehlen, und ein nicht ausreichend definierter Vollbart verdeckt alles unterhalb der winzigen Nasenspitze. Die Mützenschirme sind bei mehreren Figuren viel zu kurz geraten, dadurch fällt das Fehlen der Augenhöhlen noch deutlicher auf.

Die Mehrzahl der im Feldzug mitgeführten Pionier- und Miniergeräte suchten wir in diesem Bausatz vergeblich, z. B. Hämmer, Sägen, Beile, Bohrer, Schaufeln und vieles mehr. Manches lässt sich aus Papier, Blech, und Polystyrolplatten selbst herstellen, aber eben nicht alles. Modellbauer und Wargamer müssen wohl davon ausgehen, dass die fehlenden Geräte noch nicht vom Wagen der Pioniere abgeladen wurden.

Nur zwei der schwer arbeitenden Männer haben ihre Uniformjacke ausgezogen, ihre Kameraden schwitzen lieber ordentlich. Der Mann mit dem Sandsack trägt eine Umhängetasche, alle anderen Pioniere haben Tornister, Koppel, Patronentaschen, Wasserflaschen, Deckenrollen, und Waffen abgelegt. Möglicherweise befinden sich Teile dieser Ausrüstung in Zelten oder Packwagen irgendwo neben der Baustelle, aber Wasserflaschen, Patronentaschen, und Gewehrpyramiden müssten für den Alarmfall eigentlich nahe am Mann bereit gehalten werden. Diese Teile hätten unbedingt in die Schachtel gehört. Einiges davon lässt sich aus Modellierwachs selbst herstellen, aber eben nur mit erheblichem Aufwand. Gewehrpyramiden finden sich bei der Britischen Artillerie der Napoleonischen Kriege von Revell, auch wenn es nicht die richtigen Gewehre sind.

Der Pionier mit dem Eimer könnte beim Lenzen vollgelaufener Pontons hilfreich sein, außerdem eignet er sich als Küchenbulle, Artillerist, oder Kavallerist beim Füttern der Pferde. Der Soldat mit der Stechschaufel, die einem Spaten ähnelt, arbeitet offenbar in ziemlich festem Boden. Mit diesem Arbeitsgerät wird er wohl kein lockeres Material in Sandsäcke schippen.

Historische Verwendung

  • Konföderierte Pioniere, 1861–1865
  • US Pioniere, 1861–1865
  • Bahnarbeiter im Wilden Westen

Die Pionier von Revell eignen sich gut für Dioramen. Zehn Posen reichen allerdings bei weitem nicht aus, um den Betrieb einer Baustelle realistisch darzustellen. Wenn Sandsäcke herumgetragen werden, muss auch jemand Sandsäcke mit einer geeigneten Schaufel füllen, und wieder andere Soldaten müssten diese Säcke am Bestimmungsort zu einem Wall aufsetzen. Das größte Versäumnis ist allerdings das Fehlen eines Offiziers mit Messtisch und Nivelliergerät. Pionierarbeiten in Wargames beschränken sich hingegen meist auf das Räumen von Sperren, da umfangreiche Schanz- oder Brückenarbeiten normalerweise nicht unter direktem Beschuss durchgeführt werden können.

Fragen und Antworten

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