Friedrich Freiherr von der Trenck

Friedrich Freiherr von der Trenck, geb. am 16. Februar 1726 zu Königsberg in Preußen, gest. zu Paris am 25. Juli 1794. Friedrich von der Trenck, ein Sohn des preußischen Generals der Kavallerie Christoph Ehrenreich und Vetter des österreichischen Pandurenobersten Franz von der Trenck, besucht schon im Alter von 13 Jahren die Universität in seiner Vaterstadt, woselbst er sich durch für sein Alter ungewöhnliche Begabung hervortut. Im Jahre 1742 wendet sich Trenck der militärischen Laufbahn zu. Beim Ausbruch des zweiten Schlesischen Krieges ist er Ordonnanzoffizier König Friedrichs II. von Preußen, zeichnet sich bei mehreren Gelegenheiten aus und gewinnt dadurch das Vertrauen des Königs. Im Jahre 1743 lenkt Trenck gelegentlich der Vermählungsfeierlichkeiten der Schwester des Königs von Schweden die Aufmerksamkeit einer hohen Dame, man sagt der Prinzessin Amalie, Schwester Friedrichs II., auf sich. Dieser Umstand kann dem König nicht lange verborgen bleiben und er benutzt die erste sich ihm darbietende Gelegenheit, um Trenck zu entfernen. Eine solche bietet sich bald.

Der österreichische Pandurenführer Franz von der Trenck hat nämlich an seinen Vetter geschrieben und ihm ungarische Pferde zum Geschenk angeboten; daraus entwickelt sich eine Korrespondenz zwischen den beiden Vettern, die dem König durch den, Trenck übel gesinnten Eskadronskommandanten Jaschinsky offenbar derart entstellt zugetragen wird, dass Friedrich II. keinen Anstand nimmt, Trenck wenige Tage nach der Schlacht bei Soor verhaften und nach der Festung Glatz abführen zu lassen. Der Festungskommandant Fouqué macht hier Trenck’s Haft zu einer unleidlichen, so dass dieser wiederholte Fluchtversuche unternimmt, welche jedoch missglücken und seine Lage nur verschlimmern.

Endlich, am 24. Dezember 1746, gelingt es Trenck mit Hilfe des Leutnants Schell aus Glatz zu entkommen. Er geht nun zu seiner Mutter nach Königsberg, welche ihn mit Geldmitteln ausstattet und ihm den Rat gibt, nach Wien zu seinem Bruder Franz zu gehen. Diesen findet er bei seiner Ankunft in Wien bereits in Haft und in kriegsrechtlichen Prozess verwickelt. Nachdem er vergebens sein Glück versucht, verlässt er im August 1748 Wien, um sich nach Holland zu wenden; in Nürnberg jedoch veranlasst ihn der russische General Liewen, russische Kriegsdienste zu nehmen, und so zieht denn Trenck nach Moskau und St. Petersburg. Hier erhält er Kunde vom Ableben seines Vetters Franz (4. Oktober 1749), sowie die Nachricht, dass der zu dessen Universalerben eingesetzt worden.

Trenck reist nun wieder nach Wien, um die Erbschaftsangelegenheiten zu ordnen. Es wird ihm nun allerdings eine Rittmeisterstelle im 5. kaiserlichen Kürassierregiment Graf Cordova verliehen; doch leistet er tatsächlich niemals aktiven Dienst. Die vielen Prozesse, in welche er durch die Ordnung der Hinterlassenschaft verwickelt wird, verlängern seinen Aufenthalt in der österreichischen Hauptstadt bis zum Jahre 1754, in welchem seine Mutter stirbt. Um seine Familienangelegenheiten zu ordnen, reist Trenck nun nach Danzig, wird aber dort verhaftet und nach Berlin eskortiert. Von hier wird er unter starker Bedeckung nach Magdeburg gebracht, woselbst er nahezu 10 Jahre in strenger und harter Haft gehalten wird. Während dieser Zeit unternimmt Trenck die unglaublichsten und abenteuerlichsten Fluchtversuche, doch alle misslingen und seine Einschließung wird dadurch nur schwerer, da er sogar mit Ketten an die Wand gefesselt wird, um ihm jedes Entweichen unmöglich zu machen. Erst nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges erwirkt Maria Theresia bei Friedich II. die Freilassung ihres Rittmeisters.

Über Prag kehrt Trenck nach Wien zurück, übersiedelt aber schon nach zwei Jahren mit Bewilligung des Kaisers zum ständigen Aufenthalt nach Aachen, wo er sich mit der Tochter des dortigen Bürgermeisters vermählt. In Aachen betreibt er einen Handel mit ungarischen Weinen und redigiert dort die Aachener Zeitung; die allzu freie Sprache einerseits, geschäftliche Verluste andererseits veranlassen Trenck zu Beginn der 80er Jahre auf seine ungarischen Güter überzusiedeln; in diese Zeit fällt auch die Abfassung der interessanten Selbstbiographie Trenck’s.

Nach dem Tode Friedrichs II. erhält Trenck die Erlaubnis, nach Preußen zurückzukehren, auch wird ihm für seine seinerzeit dort konfiszierten Güter Ersatz geleistet; nach zweijährigem Aufenthalt in Berlin und Königsberg kehrt er nach Ungarn zurück. Im Jahre 1788 bringt er einen Sohn in eine Lehranstalt nach Dessau und reist dann nach Paris, wo er enthusiastisch aufgenommen wird. Wenige Tage vor Ausbruch der Revolution kehrte Trenck nach Österreich zurück und geht hier mit dem Gedanken um, eine Gesamtausgabe seiner vielen zerstreuten Schriften herauszugeben; er stößt jedoch hierbei auf große Schwierigkeiten, da die Zensur den Druck seiner vielfach aufreizenden Schriften nicht bewilligen will. Infolge dessen geht er nach Hamburg und ist schon im Begriff seine Familie nachkommen zu lassen und sich ständig dort niederzulassen, als er auf die Idee verfällt, nochmals nach Paris zu fahren, um die dortigen Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen zu lernen. In der zweiten Hälfte des Jahres 1791 kommt er in der Hauptstadt Frankreichs an und lebt da eine Zeit lang als Schriftsteller; plötzlich wird er den damaligen Machthabern verdächtig, verhaftet und angeklagt, ein Agent fremder Mächte zu sein und an einer Verschwörung zur Wiederherstellung des Königtums teilgenommen zu haben. In Gemeinschaft mit 29 anderen Angeklagten wird Trenck zum Tode verurteilt und am 25. Juli 1794 zu Paris guillotiniert.

Bibliographie

  • Selbstbiographie des Friedrich Freih. v. d. Trenck
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909
  • Pallua-Gall, Julian: Allgemeine deutsche Biographie (Bd.: 47, Leipz. 1894)
  • Wurzbach, C. von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (Bd. 47, Wien 1872)

Quelle: Julian Pallua-Gall

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