Preußischer Generalmajor Johann von Mayr

Frei-Bataillon von Mayr (F2)

Mayr, Johann (Jan) von (auch Mayer, Meyr, Meyer geschrieben), preußischer Generalmajor, geb. 1. Mai 1716 in Wien als der natürliche Sohn eines Grafen Stella, gest. 5. Januar 1759 zu Plauen. Seine Mutter heiratet bald nach seiner Geburt einen Billardwirt, Names Mayr, in dessen Haus er aufwächst, unterrichtet wird er bei den Jesuiten. 1732 geht er in die weite Welt, findet durch seine Leistungen auf der Violine Aufnahme beim Kommandanten von Temeswar, General v. Engelhofen, wird Hautboist, dann Unteroffizier beim Infanterieregiment Lothringen, macht den Türkenkrieg von 1736-1739 und die Schlacht bei Mollwitz (10. April 1741) mit, wird am 26. Nov. 1741 als Feldwebel in Prag von den Franzosen gefangen, steht als Offizier in bayerischen und dann in sächsischen Diensten, aus denen er, nachdem er als Dragonerleutnant bei Kesselsdorf gefochten und als Volontair in der Umgebung des österreichischen General Batthyani an den Feldzügen 1746-48 in den Niederlanden gegen die Franzosen teilgenommen und längere Zeit ein abenteuerliches Spielerleben geführt hat, eines Duells wegen ausscheidet, um in russische Dienste zu gehen.

Statt dessen aber nimmt ihn König Friedrich II. von Preußen 1755 in die seinen, ernennt ihn zum Oberst und lässt durch ihn bei Beginn des Siebenjährigen Krieges im sächsischen Erzgebirge das erste Freibataillon errichten. Mit diesem rückt er 1757 unter des Königs Befehlen nach Böhmen und wird nach der Schlacht bei Prag mit einem Streifkorps von 1500 Mann durch das westliche Böhmen in das Reich entsendet, um Kontributionen einzutreiben und auf die politische Haltung der dortigen Reichsstände einzuwirken. Er entledigt sich dieses Auftrages mit viel Glück und Geschick, entgeht aber um so weniger übeler Nachrede. Im Herbst des selben Jahres beteiligt er sich mit großem Erfolg an den kriegerischen Ereignissen in Thüringen, zeichnet sich namentlich bei Roßbach und bei der Verfolgung nach der Schlacht aus, ist den Winter über bei den Unternehmungen gegen den Feind in Böhmen tätig und macht im Frühjahr 1758 einen Einfall in das feindliche Gebiet, wobei er unter Anderem die Magazine in Hof zerstört und in Suhl den Gewehrvorrat wegnimmt. Als dann General Driesen zu einem abermaligen Zug nach Franken befehligt wird, führt er dessen Avantgarde, bleibt den Sommer und Herbst über in Sachsen, vielfach mit besonderen Aufträgen betraut, tut sich im November, als Daun Dresden angreift, bei der Verteidigung dieser Stadt besonders hervor und stirbt am 5. Januar 1759 zu Plauen an einem Brustfieber; ein tüchtiger Soldat, aber wüst und abenteuerlich, vor Allem Spieler. Das Frei-Bataillon Mayr (F2) geht nach dessen Tod zunächst an Jean François de Collignon über; am 6. März 1760 folgt Oberstleutnant de Courbière als Kommandeur, der schon unter unter Mayr Kompaniechef war.

Quelle: Rochus Freiherr von Liliencron

Bibliographie

  • Liliencron, Rochus Freiherr von: Allgemeine deutsche Biographie (Bd. 21, Leipz. 1885)
  • Österreichische militärische Zeitschrift (2. Bd., Wien 1866)
  • Pauli: Leben großer Helden (5. Bd., Halle 1759)
  • Mollo, John: Uniforms of the Seven Years’ War, 1756–1763, Tafel 16

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