Pass

Pass, ist ein solches Défilé, welches in Bezeichnung auf irgend eine Kriegsoperation unumgänglich passiert werden muss. Es ist also der Begriff eines Passes relativ; aber seine Haupteigenschaft besteht darin, dass er von Wenigen gegen Viele, nach einer Seite hin, mit Vorteil verteidigt werden kann. Nach den Unterabteilungen der Défiléen gibt es daher Wasserpässe, Gebirgspässe, Pässe durch ein Dorf, Wald, etc., je nachdem das Terrain, entweder durch Brücken und Dämme, oder durch Ungleichheiten über der Erde, wie Dörfer, dichte Wälder, Berge und Gründe verengt wird. Öfters versteht man indessen auch unter einem Pass bloß ein sehr enges Défilé, einen Engpass.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Pass (v. lat. passus, »Schritt«); Durchgang durch einen Ort, daher die Redensarten: seinen Pass haben, jemand den Pass abschneiden etc.; dann besonders Bezeichnung für die Übergänge über einen Gebirgsrücken, die immer die niedrigsten Punkte derselben benutzen (daher Passhöhe eines Gebirges, s. Gebirge).

Im Jagdwesen der gewöhnliche Gang der Raub- und niederen Jagdtiere; auch die Stelle, wo Raubzeug zu laufen pflegt, s. B. Fuchspass.

Pass

In der Reitkunst ein dem Pferd angelernter oder auch ererbter wiegender Gang, der darin besteht, dass es (ähnlich wie das Kamel und der Elefant) beide Füße einer Seite fast zugleich hebt und niedersetzt; unter den amerikanischen Trabern gibt es bestimmte Blutlinien, die diesen Gang ziemlich sicher weiter vererben (Passgang oder Zeltergang).

Pass, in der Architektur das rund- oder spitzbogenförmige Element, aus dem die gotischen Dreipässe, Vierpässe etc. zusammengesetzt werden. S. Dreipass, Fünfpass.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe