Gabriel Freiherr Splény von Miháldy

k.k. Feldmarschall-Lieutenant

Er wurde im Jahre 1734 zu Ternye [Terňa, bis 1927 auch Trnia, in der Slowakei] in Ober-Ungarn geboren. Das Jesuiten-Collegium zu Kaschau [Košice] und das Theresianum zu Wien waren die Unterrichtsanstalten, in denen er als Knabe und Jüngling für seinen künftigen Beruf gebildet wurde. Sein Großvater war Stephan Freiherr von Splény, General der Kavallerie und schon im Türkenkrieg unter des großen Eugens Heeresbefehl Inhaber des 8ten Husaren-Regiments (Kienmayer), welches unter seiner Führung bei der Belagerung und Schlacht von Belgrad (1716) auf das tapferste den denkwürdigen Sieg erkämpfen half. Sein Vater Gabriel, k.k. General der Kavallerie, überzeugte sich bald, dass dem lebenskräftigen Sohn das Leben im Felde unter Waffengetümmel weit besser zusagen werden, als in der ruhigen Stube beim Aktenstaub. Er erfüllte daher, obwohl er früher das Vorhaben hatte, diesen Sohn der Rechtspraxis widmen zu lassen, leicht den innigsten Wunsch des Jünglings, sich dem Beispiel seiner Vorfahren gleich, der Verteidigung des Vaterlandes widmen zu dürfen. Maria Theresia, welcher er vom Vater vorgestellt wurde, ernannte ihn zum Fähnrich. So betrat er im Jahr 1752, dem 18ten seines Lebens, die militärische Laufbahn, und fand in dem bald darauf ausgebrochenen Siebenjährigen Krieg häufige Gelegenheit zur Auszeichnung.

Er nützte diese besonders in den merkwürdigen Tagen bei Lobositz, Liegnitz, Breslau und Leuthen, und bei der Belagerung von Olmütz, Neiße, Glatz und Schweidnitz, in welchen sein Name in den Armeeberichten Brownes, Dauns und Laudons so rühmlich genannt wurde, dass Splény schon im 25ten Jahr seines Altere, dem 7ten seines Dienstes, (1759) zum Major befördert wurde. Nach 9 Jahren (1768) ward er Oberst und Kommandant des Preysakschen Infanterie-Regiments (Duca Nr. 39), 5 Jahre später (1773) General-Major.

Kaiser Joseph, welchen G. M. Splény im Jahr 1775 eine kurze Zeit auf einer Reise zu begleiten hatte, wurde auf ihn aufmerksam. Der scharfsinnige und hellsehende Geist dieses gekrönten Menschenkenners durchblickte den achtungswerten Gesellschafter, und erkannte in ihm Eigenheiten und Fähigkeiten, welche ihn auch als einen sehr brauchbaren Diener für das administrative Fach des Staatswesens hinstellten. Um diesen Fähigkeiten einen würdigen Wirkungskreis anzuweisen, sendete ihn der Monarch nach der Bukowina, dem ehemaligen nordwestlichen Teil der Moldau, welchen während der Unterhandlungen zwischen Russland und der Pforte zu Kainardgi [Küçük Kaynarca] mit Zustimmung der Türken Theresiens Kriegsvölker besetzten, und welcher durch einen von der Pforte am 5. Februar 1777 unterzeichneten Vertrag gänzlich an Österreich abgetreten wurde. Dort wurde ihm die Organisation der neu erworbenen Provinz aufgetragen. Der unter türkischer Herrschaft gänzlich verwilderte Zustand dieses Landes stemmte die Einführung einer weiseren und gesetzlicheren Leitung desselben große Hindernisse entgegen, welchen zu überwinden nicht weniger gründliche Einsicht als beharrliche Kraft erforderte. Splény besaß beide Eigenschaften, welche nur noch von seinem rastlosen Eifer überboten wurden, sich des erhaltenen Auftrages zur Zufriedenheit seiner großen Kaiserin Königin, und des Kaisers Joseph, als auch zum Besten des ihm anvertrauten Landes zu entledigen. Er ordnete auf das möglichste alle Verwaltungszweige der Provinz, welche in seine, als des kaiserlichen Huldigungs-Commissärs, Hände, den Eid der Untertanentreue schwur. Er führte eine wohl geregelte und schleunige Rechtspflege ein, ließ die bisher in zerstreuten einzelnen Hütten lebenden Einwohner in wohnliche Dörfer zusammenziehen, und wüste Strecken Landes urbar machen, baute neue Dörfer, zog aus den österreichischen Erblanden und selbst aus dem Ausland Kolonisten dahin, und leistete in vierjähriger Verwaltung dieser Provinz, deren Ausdehnung er bei der Grenzberichtigung, durch kluge Unterhandlung mit einem Zuwachs von mehr als 30 Dörfern, zu erweitern wusste, die wichtigsten Dienste. Als er beim Ausbruch des Bayerischen Erbfolgekrieges von diesem Posten schied, waren nebst der vollkommenen Zufriedenheit Theresiens und Josephs, mit seiner weisen und eifrigen Verwaltung der Bukowina, die vielen rührenden Beweise dankbarer Anhänglichkeit ihrer Bewohner für das gestiftete Gute, sein schönster Lohn.

In diesem Erbfolgekrieg zog Splény zum ersten Mal als General ins Feld, und machte in mehreren Gefechten neuerdings den schon früher erworbenen Ruhm geltend. Er stand unter F. Z. M. Ellrichshausen bei der Heeresabteilung in Mähren und Oberschlesien, wo er sich in den Ereignissen bei Troppau, Jacktar, Pfaffenberg, Mösningk und Jägerndorf im Winterfeldzug von 1778 bis 1779 sehr hervortat, und die Preußen, welche mit überlegenen Kräften Oppeln und Jägerndorf in Besitz genommen, und wiederholt in Mähren einzufallen versucht hatten, mehrmals zurückwarf.

Glänzendere Veranlassung, sein militärisches Talent als Feldmarschall-Lieutenant (welche Würde er 1785 erlangte), in größerem Wirkungskreis zu erproben, gab ihm der Türkenkrieg. Als sich in diesem nach der Einschließung Chotyns 1788 der neue Hospodar der Moldau Manole-Roszet und der Tatarenkhan mit 20.000 Tataren, um den Entsatz von Chotyn zu versuchen, Jassy [Iași, Rumänien] nahten, es besetzten und dort eine feste Stellung nahmen, schickte der kommandierende General Prinz Coburg den F. M. L. Splény nach Strojestie [Stroiești], mit dem Auftrag, von dort aus in Verbindung mit einigen zu erwartenden russischen Hilfstruppen unter General von Elmpt, gegen Jassy vorzurücken, und von da den Feind zurückzudrängen. Die Truppenabteilung, die unter seinem Befehl stand, bestand nur aus drei Bataillons und 16 Schwadronen, in allem beiläufig sechsthalb Tausend Mann. Im August vereinigten sich mit ihm die Russen, welche am linken Pruthufer herangezogen waren, bei Tabor. Splény rückte nun Onești (Retesti?) vor, die Russen nach Jakobani [Jakobeny]. Um die rechte Flanke der Vorrückenden zu decken, musste Obristlieutenant Kepiro mit 1150 Mann und vier Kanonen von Herlem nach Belcestie (Belcești) im Bachluital ziehen. Vorwärts des letzten Ortes wurde er am 31. August von 7000 Tataren und Sipahis und 150 Janitscharen unter Pascha Ibrahim-Nazir angegriffen. Der ungleiche Kampf dauerte von 4 Uhr früh bis 11 Uhr mittags unentschieden. Da erschien, von Splény entsendet, Oberstlieutenant Graf Nemesch mit zwei Schwadronen Erdödy (Nr. 9) und Szekler Grenz-Husaren (Nr. 11) von Onești her im Rücken des Feindes, der nach einem hitzigen Gefecht sich zu unordentlicher Flucht wandte, und 133 Tote, 27 Gefangene (nach anderen Nachrichten 383 Tote, 40 Gefangene und Verwundete) und eine Fahne auf dem Schlachtfeld zurückließ. Dieser Sieg entschied über den Besitz der Hauptstadt der Moldau. Der Tatarenkhan floh aus ihr gegen Galaz, und Splény besetzte Jassy am 3. September.

Dort erhielt er den Auftrag des Kaisers, mit seiner Abteilung längs dem Serethtal zum Schutz der siebenbürgischen Grenze heranzuziehen, weil aus diesem Land Truppen zur Verstärkung der Stellung im Banat wegbeordert werden mussten, welchen Auftrag zu vollziehen er am 22. September von Jassy aufbrach und über Roman auf Bakeu marschierte. Die Streifereien der zahlreichen Türken von Fokschan [Focșani] her erlaubten keine schnelle Bewegung, denn Transsilvaniens östliche Pässe konnten nur aus dem Serethtal am besten gesichert werden. Deshalb stand Splény noch am 13. Oktober bei Adschud. Hier wurde er am folgenden Tage angegriffen. Sein kleines Corps stellte sich 1000 Schritte vor diesem Städtchen in drei Vierecken auf, vor denen eine Kette leichter Truppen mit sechs Kanonen dem ersten Angriff begegnete.1 Die Türken griffen unter wütendem Geschrei ebenfalls in drei Abteilungen an. Sie wurden durch das Geschützfeuer vor und aus den Vierecken so kräftig empfangen, dass zwei ihrer Abteilungen bald vom Angriff abließen und zurückwichen. Die dritte, welche durch das buschige Terrain gedeckt, sich noch etwas vorwagte, wurde ebenfalls in kurzem über den Totrusch zurückgeworfen. In dem kurzen Gefecht blieben 75 Türken, und zwei Fahnen fielen in die Hände der Kaiserlichen, die ihrerseits sechs Mann und 14 Pferde verloren hatten. Da nun der Feind hier hinlänglich abgeschreckt war, setzte Splény seine Bewegung nach dem Oytoscher Pass [Oituz-Pass] fort.

In Großeso erhielt er durch ein kaiserliches Handschreiben den Befehl, mit einem Teil seiner Truppen, welche mittlerweile an Siebenbürgens Grenzen entbehrlich wurden, wieder umzukehren, und solche zu Coburgs galizischem Heer zuzurückzuführen. Er traf in Folge dieses Befehls Ende Weinmonats [Oktober] bei ihm in Roman ein. Für die Auszeichnungen in der Zeit dieses selbstständigen Befehls verlieh ihm der Monarch das eben erledigt gewordene siebenbürgische Infanterie-Regiment Gyulai (Mecsery de Tsoor Nr. 51).

Als nach der Winterruhe im nächsten Feldzug (1789) die Türken bei Fokschan immer mehr und mehr Streitkräfte sammelten, wurde Splény gegen diese Stadt vorzurücken beordert. Seine Division aus den Brigaden Jordis, Karaczai und Horvath bestehend, zählte höchstens 6100 Mann Fußvolk, 2300 Reiter und 25 Geschütze. Er versammelte sie im Lager bei Walleszaka. Am 7. lagerten seine Truppen auf der Höhe nächst Parava. Durch die ihm zugeteilten Arnauten ließ er die Gegend von Petruskany am Totruschfluss besetzen, in welche er Tags darauf seine Division führte, und sie am linken Ufer des Flusses, der ihre Stirnlinie deckte, lagerte. Zugleich ließ er über den Totrusch zwei Brücken schlagen, und diese am rechten Ufer mit verschanzten Brückenköpfen sichern. Mehrere Versuche mit den bis gegen Adschud streifenden Türken anzubinden, waren vergeblich, weil diese bei Annäherung seiner Truppen, welche die vorliegende Gegend fleißig erkundeten, immer schnell zurückwichen. Am 23. bestanden seine Arnauten unter ihrem Major Dely Pascha ein glücliches Gefecht mit einer Abteilung Janitscharen, von denen sie 25 erlegten und drei gefangen nahmen. Da sich der Feind bei Fokschan täglich mehr verstärkte, so rückte Splény in Übereinstimmung mit der Bewegung der übrigen Truppen des galizischen Heeres am 14. Juli abends zwei Meilen weit in das Lager diesseits Bulka vor. Am 19. zog ihn Coburg in die Ebene von Adschud ganz an sich.

Von hier geschah der Aufbruch am 30. Juli morgens zur merkwürdigen Schlacht bei Fokschan [Schlacht bei Focșani, 1. bis 3. August 1789]. F. M. L. Splény führte die dritte, den äußersten rechten Flügel des vorrückenden verbündeten Heeres bildende, Kolonne. Jenseits des Zebroutz-Tales bei Marischestie nachtlagerte die Armee. Nachdem sie dort bis zum Abend des 31. gerastet, und eine Abteilung noch an demselben Abend ein sehr glänzendes Gefecht am Putnafluss mit dem Feind bestanden hatte, ging sie am 1. August um 4 Uhr früh über den Putna dem sehr überlegenen Feind entgegen. Die Aufgabe war sehr schwierig, sie auf einer einzigen Brücke im Angesicht des Feindes hinüber zu führen, in Vierecke zu bilden, eine lange Fläche voll Bodenhindernisse durchziehen, und dann erst mit beinahe erschöpfter Kraft die Erstürmung eines festen Lagers wagen zu lassen. Splénys Kolonne wurde, während sie im Zuge begriffen war, noch ehe sie aufmarschieren konnte, von der türkischen Reiterei angefallen, welche die Bildung ihrer Schlachtordnung durch den ungestümen Angriff zu hindern und sie zu werfen hoffte. Aber Splény beschleunigte mit ungemeiner Tätigkeit rasch den Aufmarsch seiner Division, versagte ihren rechten Flügel, bildete dadurch eine Hakenstellung gegen Coburgs Hauptlinie und rückte hierauf, von lebhaftem Geschützfeuer unterstützt, dem Feind entschlossen an den Leib, welcher seinem Andrang nicht lange Stand hielt. Als hierauf die Truppen unter fortwährendem Geschützdonner mit klingendem Spiel sich durch ein dichtes Gewinde von Dorn und Strauchwerk mit unermüdlicher Anstrengung durchgearbeitet hatten, stießen sie auf die Hauptmacht der Türken vor Fokschan. Splény musste es mit ihrem linken Flügel, den die Reiterei, sich am linken Ufer des Milkowflusses bis nach Odabestie ausdehnend, bildete, aufnehmen. Kaum war seine Division aus dem Gestrüpp hervorgebrochen, so ließ er von zwölf Schwadronen Husaren den Feind so mutig angreifen, dass die Sipahis über den Haufen geworfen, bis hinter Fokschan flohen. Mit dem Regiment Carl Schröder (Lattermann Nr. 7), an dessen Spitze er sich stellte, stürmte er den einen Teil der feindlichen Verschanzungen vor Fokschan und das Kloster Sarnal, welches die Türken nach hartnäckiger Verteidigung räumen mussten. Bald war die Flucht des Feindes allgemein.

Wie viel Splénys tapferes und kluges Benehmen zur Entscheidung der Schlacht beigetragen hatte, sprach des Kommandierenden Pflichtbericht, welcher die Äußerung, dass vorzüglich Splény das Glück dieses Tages zu danken sei, enthielt, deutlich aus. Zum Lohn für dasselbe, wurde ihm erst das Ritter-, und noch im Jahr 1790 das Kommandeur-Kreuz des Theresien-Ordens verliehen.

In demselben Jahr wurde er zu mehreren wichtigen militärisch-diplomatischen Sendungen verwendet. Fürst Potemkin, zu dem er sich nach Cherson verfügen musste, überhäufte ihn mit Ehrenbezeugungen. Glück und Talent krönten seine Missionen und Unterhandlungen mit glücklichem Erfolg.

Splénys Verdienste um Monarchen und Vaterland, und seine bei Organisation der Bukowina an Tag gelegten Fähigkeiten für das Zivil-Verwaltungsfach, bewogen Kaiser Leopold den II. ihn 1791 mit der Obergespanns-Würde des Zabolcher Comitats zu bekleiden.

Beim Ausbruch des französischen Revolutionskrieges stand er einige Zeit bei dem kaiserlichen Heer am Rhein bei Heidelberg, Brummt, Lindau usw. Als Wurmser am Oberrhein abwesend war, kommandierte er die Armee am Unterrhein, vereinigte sich mit dem Herzog von Braunschweig, und erhielt mehrfach Beweise des königlichen Wohlwollens wegen des guten Verständnisses, das er zwischen österreichischen und preußischen Truppen zu erhalten wusste.

Im Jahr 1795 ernannte ihn Kaiser Franz zum Beweis der Anerkennung seiner Verdienste aus eigenem Antrieb zum wirklichen geheimen Rat. Ein Jahr lang war er Festungskommandant in Olmütz. Mit dieser Anstellung schloss er die Bahn seines wirkenden Soldatenlebens, da das herangerückte Alter seine Versetzung in einen ehrenvollen Ruhestand gebot. Er widmete sich nun mit doppeltem Eifer den Geschäften des seiner Leitung anvertrauten Comitats. Auch was er als Obergespann, durch volle 26 Jahre, mit redlichem Streben, oft in den schwierigsten Zeitverhältnissen, für Monarchen und Mitbürger Gutes und Nützliches leistete, fand verdiente Würdigung. Wie er im Krieg durch kühnen Mut die Feinde zu besiegen wusste, so wusste er im Frieden durch Sanftmut und kluges Nachgeben sich Herzen zu gewinnen. Sein untergeordnetes Comitat hing so wie sein Regiment, dessen Inhaber er 30 Jahre hindurch war, mit inniger Liebe und Vertrauen an ihm. Beide werden ihm noch lange ein ehrenvolles Andenken bewahren. Der Ruf, den sich das letztere im französischen Krieg erwarb, gewährte Splény noch im höchsten Alter die lebhafteste Freude.

Im Jahr 1799 wurde er zum Befehlshaber des adeligen Aufgebots des Bezirks jenseits der Theiß ernannt, und machte sich auch auf diesem Posten, durch, in Bildung und Abrichtung dieses Aufgebots bewiesenen, Eifer und Tätigkeit sehr verdient.

War sein öffentliches Leben und Wirken als Staatsdiener unter Regierung von vier Monarchen, die ihn mit Würden und Ehrenzeichen schmückten, hochachtbar und beispielswert, so war es nicht weniger sein Privatleben im Kreise blühender Kinder und Enkel. Er war Vater von 17 Kindern, von denen ihn 10 mit 37 Enkeln und Urenkeln überlebten. In ihnen sah er mit hoher Lust aus dem Samen der Lehre und des Beispiels, den er in die jungen Gemüter gelegt hatte, die schönsten Früchte väterlicher Sorge und Mühe keimen. Er erlebte als Soldat die seltene Freude, vor seinem Ableben zwei von seinen Söhnen, Ignaz und Franz, als k.k. Feldmarschall-Lieutenants und seine Kameraden in der österreichischen Armee angestellt zu sehen. Ein dritter blieb in früher Jugend vor dem Feind.

Splény starb nach einem kurzen Krankenlager am 1. April 1818 im 84sten Lebensjahr zu Szilvas-Ujfalu [Neudorf: Slívnik - Szilvásújfalu] unfern von Kaschau. Sein Hinscheiden war heiter und sanft wie sein Leben. Tiefreligiöser Sinn war die Grundlage seines Charakters, der eine unerschütterliche Treue und Anhänglichkeit an Monarchen und Vaterland, und eine seltene, sich durch wirksame Wohltätigkeit schön äußernde, mit Heiterkeit des Geistes und Festigkeit des Gemüts gepaarte Herzensgüte entkeimte. Rechtlich und offen in Wort und Tat, aufrichtig und beständig als Freund, unverführt durch Glück, ungebeugt durch Unglück, wurden von allen, die ihn kannten, seinen Tugenden und hohen Eigenschaften als Mensch und Mann, der Zoll ungeheuchelter Verehrung und Liebe.

Quelle: Biographien der ausgezeichneten Feldherren der k.k. österreichischen Armee, aus der Epoche der Feldzüge 1788-1821 (hrsg. von Johann Ritter v. Rittersberg)

1) Die Bemerkung, dass Splény einen der ersten Versuche machte, statt der bis zu seiner Zeit üblichen, aus ganzen Fuß-Regimentern und Brigaden gebildeten großen unbehilflicheren Vierecke, kleinere leitsamere aus einzelnen Bataillons und Divisionen zu bilden, und des Feindes Reiterei entgegen zu stellen, welche Versuche später mit dem besten Erfolg nachgeahmt wurden, dürfte hier am gehörigen Platz stehen.

Figuren der Österreich-Ungarischen Armee der Napoleonischen Kriege