Kosaken

1. Regiment der Bug Kosaken von Peter Styk bemalt, 1:72 Figuren Zvezda 6042

Peter Styk hat den russischen Gardekosaken von Zvezda die Epauletten abgenommen und sie als Reiter des 1. Regiment der Bug-Kosaken von 1812 bemalt. Die Deckenrollen vor den Sätteln bestehen aus Papier, und die Figuren haben neue Lanzen aus Kunststoff erhalten.

Figuren

  • Kosak zu Fuß (18. Jahrhundert), mit Lanze, 40 mm Matthias Manske 12001
  • Kosak zu Fuß (18. Jahrhundert), mit Steinschlossgewehr, 40 mm Matthias Manske 12002
  • Kosak mit Muskete (18. Jahrhundert), 40 mm Matthias Manske 12003
  • Kosak mit Lanze (18. Jahrhundert), 40 mm Matthias Manske 12004
  • Kosakengeneral (mit Schlittengeschütz), 28 mm Assault Group REN079
  • Kosaken Moloitsy mit Musketen, 28 mm Assault Group REN080
  • Kosaken Moloitsy mit Musketen II, 28 mm Assault Group REN081
  • Kosaken Moloitsy mit Musketen III, 28 mm Assault Group REN084
  • Kosaken Moloitsy mit Spießen, 28 mm Assault Group REN082
  • Kosaken Moloitsy mit Säbeln und Pistolen, 28 mm Assault Group REN083
  • Kosaken Moloitsy mit Säbeln und Pistolen II, 28 mm Assault Group REN085
  • Kosakenreiter mit Bögen, 28 mm Assault Group REN077
  • Kosakenreiter mit Lanzen, 28 mm Assault Group REN086
  • Kosakenreiter mit Säbeln, 28 mm Assault Group REN087
  • Kosakenreiter mit Säbeln und Pistolen, 28 mm Assault Group REN088
  • Kosakenreiter mit Karabinern, 28 mm Assault Group REN089
  • Kosaken, Pferdehalter, 28 mm Assault Group REN076
  • Kosaken, Arbeiter/Kanoniere, 28 mm Assault Group REN207
  • Saporoger Kosaken, 16. bis 18. Jahrhundert, 1:72 Zvezda 8064
  • Ukrainische Kosaken (17. Jahrhundert), 1:72 Orion 72014
  • Ukrainische Kosaken zu Fuß und Artillerie (17. Jahrhundert), 1:72 Orion 72013
  • Kosaken-Artillerie (17. Jahrhundert), 1:72 LW 2012
  • Kosaken der Napoleonischen Kriege
  • Kosaken des Krimkrieges
  • Kosaken des Ersten Weltkrieges
  • Kosaken des Zweiten Weltkrieges
Kosak
Kosak
Russischer Kosak
russischer Kosak

Kosaken (russ. Kasák, Mehrzahl Kasakí), früher selbständige, dann der Regierung unterworfene, vorzugsweise militärisch organisierte Völkerschaften im russischen Reich. Das Wort ist türkisch-tatarischen Ursprungs und bedeutet im Türkischen einen Straßenräuber, tatarisch einen freien Krieger. Schon Ende des 14. Jahrhunderts wanderten mit den moskowitischen Verhältnissen unzufriedene Elemente aus und bildeten, durch die Nachbarschaft der Tataren zu hoher Wehrkraft gelangt, den Stamm der Kosakenheere.

Ende des 16. Jahrhunderts existieren: Don-, Greben-, Terek-, Wolga- und Jaik-Heer. Die Donkosaken, ihrer Zahl und räuberischen Kriegszüge wegen schon früh eine achtunggebietende Macht, erhielten von Iwan dem Schrecklichen 1570 die erste Gramotá (Urkunde) und beginnen nun, zunächst noch aus freiem Entschluss, in den Heeren der Zaren zu erscheinen. Von der Wolga gelangten Kosaken nach Sibirien (der Stamm der heutigen sibirischen Heere) und an den Jaik (der Stamm des heutigen Uralheeres). Das Grebenheer (von greben, »Bergkamm«) ging später im Terekheer auf, das, aus Abenteurern, Auswanderern und Flüchtigen der verschiedensten Nationen sich bildend, den Zaren bald Heeresfolge leistete.

Auch in Polen entwickelte sich das Kosakentum in ähnlicher Weise und bildeten sich zunächst im 15. Jahrhundert die kleinrussischen Kosaken, die infolge von Bedrückungen seitens der polnischen Regierung zum Teil auf russisches Gebiet übertraten (1653 Gründung von Charkow). Ein anderer Teil der aus Polen und teilweise auch aus Russland hinter die Stromschnellen (sa porógi) des Dnjepr in die Ukraine Ausgewanderten bildete das Saporoger Heer (Ukrainische Kosaken).

Im 17. Jahrhundert erhielten die Kosaken infolge der kirchlichen Wirren und der Einführung der Leibeigenschaft in Russland bedeutenden Zuzug. Den Zaren gelang es noch keineswegs überall, ihre Oberhoheit über sie zur unbestrittenen Tatsache zu machen. Außerordentlich zäh erwiesen sich die Kosaken bei ihrem Vordringen in Sibirien, das schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu Kämpfen mit China führte. Auch in Städten siedelten sich Kosaken an.

Peter d. Gr. wusste seine Autorität gegenüber den Kosaken fest zu gründen. Die kleinrussischen und Saporoger Kosaken hatten sich unter Mazeppa (s. d.) Karl XII. angeschlossen und büßten nach dessen Niederlage bei Poltawa ihre Selbständigkeit völlig ein. Auch die Donkosaken wurden nach ihrer Empörung unter Bulawin mit blutiger Strenge niedergeworfen. Die Regierung verwandte nun die Kosakenheere als willkommenes Mittel zur Sicherung der Grenzen gegen benachbarte Völkerschaften, wie Tataren, kaukasische Bergstämme, Kalmücken, Kirgisen, Baschkiren, und Mongolen. Hierbei wurde 1732 das (neue) Wolgaheer durch Übersiedelung von 1000 Donfamilien, später eine Anzahl kleinerer Kosakentruppen, speziell im Kaukasus, gebildet. Hand in Hand hiermit ging eine immer stärkere Beschränkung der Selbständigkeit der Kosaken, so dass z. B. der Atamán (Älteste), früher eine politisch völlig selbständige Stellung, zum hohen russischen Beamten wurde (s. Hetman).

Die Saporoger Kosaken, die sich zahlreicher Unbotmäßigkeiten schuldig gemacht hatten, wurden 1775 durch russische Truppen vernichtet, jedoch schon 1788 als treffliches Streitmittel gegen die Türken unter dem Namen Tschernomorzen oder Tschernomor- (Schwarzes Meer-) Heer neu errichtet. Das Jaikheer beteiligte sich an dem Pugatschoffschen Aufstand und wurde 1775 nach dessen Niederwerfung in Uralheer umbenannt. 1755 wurden alle im Gouvernement Orenburg befindlichen Kosaken als Orenburgheer einem Atamán unterstellt.

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Kosakenstreitkräfte schon zu imposanter Höhe angewachsen, so dass z. B. 1812 sie allein gegen 90.000 Reiter stellten. Die kaiserliche Verordnung für das Donheer von 1835, die für die Organisation der Kosakenheere zunächst vorbildlich wurde, bezeichnete die Kosaken als völlig abgeschlossenen Kriegerstand, aus dem ein Austritt unmöglich war.

Neu gebildet wurden 1828 das Donau- und Asowheer, 1832 durch Vereinigung früher errichteter Regimenter das kaukasische Linienheer (zur Sicherung der Linie, d. h. Grenze) und das Astrachanheer. Die Erweiterung der Reichsgrenzen in Sibirien veranlasste in Transbaikalien 1822 die Aufstellung der Grenzkosaken, aus denen 1851 das Transbaikalische Heer hervorging. Dasselbe war zunächst zur Sicherung der Grenze gegen China zwischen Argunfluss und Baikalsee, speziell zum Schutz der Bergwerke von Nertschinsk und der Straßen von Kjachta nach Peking bestimmt.

Seit Alexander II. bis ins 20. Jahrhundert sind die Kosaken unter tunlichster Wahrung ihres Charakters als Kriegerkaste mehr und mehr mit der übrigen Bevölkerung des Reiches auf ein Niveau gebracht wurden, durch Umgestaltung der Verwaltung, Polizei und Rechtspflege, durch Ermöglichung des Austritts aus dem Kosakenstand und der Besiedelung der ihnen früher ausschließlich zugewiesenen Gebiete mit Nichtkosaken, durch Teilung in eine dienende und nichtdienende Kategorie und seit 1874 durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Es wurden aufgelöst das Asowheer und das neurussische (früher Donau-) Heer, das kaukasische Heer wurde 1860 in das Kuban- und Terekheer geteilt, in Sibirien das Semiretschinskheer gebildet und die am Amur und Ussuri stehenden Truppenteile zum Amur- (1879) und Ussuri-(1888) Heer vereinigt. Als »Heere« werden übrigens trotz ihrer im Frieden wie im Kriege sehr geringen Stärke auch die schwachen Bestände in Irkutsk und Krassnojarsk bezeichnet. Die Friedensstärke der Kosaken beträgt gegen 60.000 Reiter etc., die Kriegsstärke (mit Ersatz etc.) 195.000–250.000 Reiter, bzw. Mannschaften. Ein Teil der Truppen befindet sich im Verband der regulären Armee, Anfang des 20. Jahrhunderts waren dies 19 Reiterregimenter und 5 Batterien (s. Leibgardekosaken), sonst bilden die Kosaken höhere Verbände für sich, was bei ihrer besonderen Ausbildung und auch nationaler Rücksichten wegen das richtige sein dürfte. Es bestanden Anfang 1904:

Kosakenheere 1904

Der Dienst der Kosaken beginnt mit Erreichen des 18. Lebensjahres und währt drei Jahre in der Vorbereitungskategorie, zwölf in der Frontkategorie und fünf in der Ersatzkategorie, worauf der Mann zur Heereswehr (etwa dem Landsturm entsprechend) übertritt. Im ersten Jahre der Vorbereitungskategorie ist der Kosak von allen Abgaben frei, muss sich aber equipieren, im zweiten und dritten finden militärische Übungen in den Stanizen (Dörfern) und Lagern statt. Die Frontkategorie ist in drei Aufgebote geteilt, das erste (4 Jahre) befindet sich im aktiven Dienst, das zweite auf Urlaub unter Bereithaltung von Uniform, Ausrüstung und Pferd; dem dritten Aufgebot ist die Bereithaltung des Pferdes erlassen. Die Kosten trägt jeder Kosak selbst, im aktiven Dienst erhält er Löhnung, Menage und Fourage. Das zweite Aufgebot wird jährlich, das dritte einmal zu Übungen eingezogen. Die Ersatzkategorie tut im Frieden keinen Dienst. Zur Heereswehr werden alle nicht zur Frontkategorie gehörigen waffenfähigen Kosaken gerechnet.

Die Bewaffnung besteht aus Säbel (Schaschka), Dreilinien-Dragonergewehr ohne Bajonett, Lanze (nur für das erste Glied der Steppenkosaken) und Dolch für die kaukasischen Kosaken. Die Kosaken reiten ohne Sporen mit der Nagaika (Peitsche), die Pferde nur auf Trense gezäumt. Ihren nationalen Eigentümlichkeiten wird in der Ausbildung Rechnung getragen, wenn auch die Grundsätze der Ausbildung mit denen der russischen Kavallerie im allgemeinen übereinstimmen. Die den Kosaken eigentümliche Form des Angriffs ist die Lawa, Anreiten in geöffneter Linie mit Unterstützungstrupps dahinter. Die Uniform ist ein bis zum Knie herabreichender kaftanähnlicher Rock von dunkelblauer oder dunkelgrüner Farbe, gleichfarbige Hosen, hohe Stiefeln, Feldmütze, bzw. Pelzmütze (Papacha); die kaukasischen Kosaken tragen noch die von den Tscherkessen übernommene Tracht. Da sich die Leute die Uniform selbst beschaffen müssen, so ist nach unseren Begriffen der Gesamteindruck wenig günstig. Für Ergänzung und Ausbildung der Offiziere ist in den letzten Jahrzehnten viel geschehen. So gibt es ein Donsches Kadettenkorps in Nowotscherkask, drei Kosakenjunkerschulen in Nowotscherkask, Stawropol und Orenburg und Kosakenabteilungen bei anderen Junkerschulen. Doch bleibt auf diesem Gebiete noch viel zu tun. Die Erfahrungen des Krieges gegen Japan werden in der Organisation der Kosaken manche Änderungen bringen; schon vor dem Krieg beriet eine Kommission in Petersburg über die beste Regelung ihrer Militärpflicht, wohl speziell von volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aus.

Die hohe Wehrhaftigkeit und der alte kriegerische Sinn der Kosaken geht bei zunehmender Sesshaftigkeit, dem damit verbundenen Mangel an steter kriegerischer Übung, und weil der schwere Militärdienst vielfach ihren wirtschaftlichen Rückgang veranlasst, mehr und mehr zurück, doch bleiben sie ein Zuwachs zur regulären russischen Armee, der von höchstem Wert ist. Wenn die Kosaken den Erwartungen, die man in sie setzte, im russisch-japanischen Kriege nicht entsprochen haben, so mag das weniger an ihnen, als vielmehr an dem Umstand liegen, dass die russische Führung nicht fähig war, große Reitermassen einheitlich und zielbewusst zu großzügigen Aufklärungs- und Kampfaufgaben zu verwenden. — Die Sprache der Kosaken ist meist die großrussische, ihre Lieder und Legenden sind von hoher Poesie, ihre Gesänge äußerst melodiös.

Bibliographie

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  • Tettau, v.: Die Kosakenheere (Berl. 1892)
  • Tettau, v.: Die russische Armee in Einzelschriften, Heft 8 (Berl. 1900)
  • Tschitschagow: Die Organisation der russischen Kavallerie (Petersb. 1890)
  • »Militärwochenblatt« (Berl.)
  • »Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine« (Berl.)
  • »Neue Militärische Blätter« (Berl.)
  • »Russkij Invalid« (Petersb.)
  • »Wajennü Sbornik« (Petersb.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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