Vercingetorix

Vercingetorix, der heldenmütige Arverner, der 52 v. Chr., die Unruhen in Rom benutzend, fast sämtliche gallische Völkerschaften zu dem letzten allgemeineren Versuch vereinigte, ihre Freiheit gegen Cäsar (s. d.) zu verteidigen. Nur unter großen Gefahren gelangte Cäsar aus Oberitalien noch im Winter zu seinem Heer, wurde von der Hauptstadt der Arverner, Gergovia (in der Nähe des heutigen Clermont-Ferrand in der Auvergne), von Vercingetorix zurückgeschlagen und musste sich zurückziehen, um die Provinz zu decken; denn mittlerweile waren fast alle gallischen Völkerschaften, auch die Haeduer, von Cäsar abgefallen und hatten auf einer Landesversammlung Vercingetorix zu ihrem Oberbefehlshaber ernannt; ein planmäßiger Angriff auf die Provinz von drei Seiten war eingeleitet: da ließ sich Vercingetorix durch anscheinend günstige Umstände verleiten, eine Schlacht zu wagen. Er wurde, namentlich durch die germanische Reiterei Cäsars, völlig besiegt und warf sich in das feste Alesia (Alise-Sainte-Reine im Departement Côte-d’Or, in der Nähe von Dijon), wo ihn Cäsar durch ein gewaltiges Werk einschloss. Gegen dessen überlegene Befestigungskunst vermochte Vercingetorix nichts; ein zu seinem Ersatz heranrückendes gallisches Heer wurde zurückgewiesen, und nun riet er großherzig den Seinigen, sich zu ergeben und, um bessere Bedingungen zu erlangen, seine Person dem Sieger auszuliefern. Vor Cäsar gebracht, wurde er in Ketten gelegt, 46 zu Rom im Triumph aufgeführt und dann hingerichtet.

Napoleon III. ließ dem gallischen Helden, der auch Gegenstand zahlreicher dichterischer Bearbeitungen ist, 1865 eine Kolossalstatue errichten (s. Alesia); ein Riesenstandbild des Vercingetorix (von Bartholdi) wurde 10. Okt. 1903 zu Clermont-Ferrand enthüllt.

Bibliographie

  • Bosc und Bonnemère: Histoire nationale des Gaulois sous Vercingetorix (Par. 1881)
  • Caesar, C. Iulius: Der Gallische Krieg (dt. Ausg. Düss. 2004)
  • Goscinny und Uderzo: Asterix und der Arvernerschild (1968, dt. Ausgabe 1972)
  • Jullian: Vercingetorix (3. Aufl., Par. 1903; deutsch von Sieglerschmidt, 2. Aufl., Glogau 1906)
  • Scheffer: Les campagnes de Vercingetorix (Par. 1889)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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