Katzenhäuser-Stellung

Katzenhäuser-Stellung, oder Triebisch-Linie, die vorteilhafte Stellung hinter der Triebisch in Sachsen.

»Anfang März [1760] ließ König Friedrich mit den Arbeiten zur Verstärkung der Stellung hinter der Triebisch beginnen. Verschanzungen wurden von der Radewitzer Höhe [Nossen-Radewitz] über die Katzenhäuser [Nossen-Katzenberg] und von Miltitz [Klipphausen] ab auf dem linken Ufer der Triebisch bis nach Meißen hin angelegt, die Flußübergänge durch Verhaue gesperrt. Mitte März bezog ein Detachement von 10 Bataillonen und 5 Eskadrons mit 8 schweren Geschützen unter Generalleutnant v. Wedel in und bei Meißen Unterkunft, um Unternehmungen des Generals Beck gegen Torgau zu verhindern.«

»Am 28. April begab sich der König von Freiberg zum linken Flügel bei Wilsdruff, um den Rückmarsch hinter die Triebisch persönlich zu leiten. Am 25. Abends trat dieser Flügel in zwei Kolonnen den Marsch an, nachdem einige Tage vorher die schwere Artillerie und Bagage in die neue Stellung vorausgesandt waren. Gleichzeitig mit dem linken setzte sich auch der rechte Flügel, den seit der Abreise des Königs von Freiberg Generalleutnant v. Hülsen führte, in zwei Kolonnen in Marsch und ging bei Nossen über die Mulde. Der Rückmarsch vollzog sich bei mondheller Nacht, ohne daß der Gegner sich rührte.«

»Am 26. nahm die ganze Armee, deren Gesamtstärke in 50½ Bataillonen und 92 Eskadrons rund 50.000 Mann betrug, die neue Stellung ein. Ihr rechter Flügel lehnte sich bei Nossen an die Mulde, ihr linker bei Meißen an die Elbe. Das 10 Bataillone und 24 Eskadrons starke Korps des Generalleutnants v. Hülsen lagerte bei den Katzenhäusern. Seine Kavallerie sicherte in der Linie Gruna — Ober-Eula — Nieder-Eula — Rothschönberg — Munzig. Husarenposten [Vedetten] standen an der Mulde bei Leisnig, Döbeln, Roßwein, und Nossen. In das Lager von Schletta [Käbschütztal], das der König zwischen Kobschütz [Groitzsch] und Korbitz [Meißen] hatte abstecken und befestigen lassen, rückten die 14 Bataillone des zweiten Treffens ein. Die 20 Bataillone des ersten Treffens und die Kavallerie bezogen in den rückwärts gelegenen Ortschaften Quartiere, und zwar die Kavallerie, soweit sie nicht Vorpostendienst tat, westlich und nördlich der Infanterie. Zur Verbindung zwischen den Korps Hülsen bei den Katzenhäusern un dem Lager bei Schletta standen bei Krögis die Möhring-Husaren [H 3]. Der König nahm sein Hauptquartier in Schletta. Den Preußen waren nur leichte Truppen des Gegners gefolgt, die sich in der allgemeinen Linie Röhrsdorf — Neukirchen — Bieberstein festsetzten.«

Quelle: Großer Generalstab, Kriegsgeschichtliche Abteilung II.: Die Kriege Friedrichs des Großen, 3. Teil — Der Siebenjährige Krieg 1756—1763, 12. Band — Landeshut und Liegnitz, S. 69 ff. (Berlin 1913)

Nach Kriegsende wurden in der Katzenhäuser-Stellung 63 Schanzen, 54 Batterien, und mehr als 12.000 Wolfsgruben und Unterstände eingeebnet. Das Amtsgericht Meißen veranschlagte den Aufwand hierfür mit dreijähriger Tätigkeit von 1000 Arbeitern.

Bibliographie

  • Großer Generalstab, Kriegsgeschichtliche Abteilung II.: Die Kriege Friedrichs des Großen, 3. Teil — Der Siebenjährige Krieg 1756—1763, 12. Band — Landeshut und Liegnitz (Berlin 1913)
  • Möbius, Fritz: Hinter den Katzenhäusern.

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