Jat

Jat

Jat (auch Dschat), ethnische Gruppe im östlichen Belutschistan und in Britisch-Indien (namentlich im Norden: Punjab 1.498.694, Nordwestprovinzen 674.547, Rajputana 425.598), bewohnt einige der kleinen Rajputenstaaten ausschließlich. Ihre Gesamtzahl in Indien wird auf etwa 7 Mill. angegeben. Die Jat werden von Lassen u. a. mit den Ye-ta (Indo-Skythen, Hephthaliten, weißen Hunnen) in Zusammenhang gebracht, während F. Müller sie als einen arischen Zweig bezeichnet, der sich, im Gegensatz zu dem über das Gangestal verbreiteten indischen, von dem dort entwickelten Brahmanismus unbeeinflusst erhalten hat. Dass die Jat von Westen einwanderten, geht aus ihrem Fehlen im Himalaja hervor. Sie sind ein kräftiger Menschenschlag, aber kleiner als die oberen Hindukasten. Sie haben manch altertümliche Sitten, wie den Brautraub, beibehalten, kennen aber kein Kastenwesen und werden daher von den Hindu mit einer gewissen Verachtung angesehen. Sie bekennen sich zum Islam oder der Religion der Sikh und sind fleißige Ackerbauer.

Die Urheimat der Jat, von einigen für identisch mit den Geten (Getai) gehalten, von denen eine Abteilung, die Dhe, die Dahae (Dahaener) Strabons, am Kaspischen Meer gewohnt haben soll, scheint am Oxus (Amudarja) gelegen zu haben: sie sind die Jatti des Plinius und Ptolemäus, die Xanthii Strabons, die durch die Karmanische Wüste an der Grenze von Drangiana in die Landschaft Abiria und die Städte Pardabathra und Bardaxema in Sindh wanderten. Von hier breiteten sie sich weiter aus, so dass sie heute die obengenannten Gebiete bevölkern. 1026 n. Chr. wurde ihr Heer vom Sultan Mahmud von Ghazni fast völlig vernichtet, auch Timur besiegte sie 1397 im Punjab. Dennoch gelangten sie wieder zu großer Macht, kämpften auch gegen die Briten mit großer Tapferkeit.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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