Prairie Schooner Planwagen

Testbericht des 1:72 Modells von IMEX

Prairie Schooner Planwagen, 1:72 Figuren IMEX 513

Auf den ersten Blick sieht der Planwagen von IMEX wie ein Conestoga Wagon aus, er fällt aber deutlich kleiner aus, und es fehlt ihm der stark gebogene, bootskörperähnliche Wagenboden, der dem Prairie Schooner seinen Namen gab. Der IMEX Planwagen entspricht ungefähr dem nur 4,0 × 1,2 m großen Marmaduke’s Road Wagon, der ca 0,45 t Ladung transportieren konnte. Fahrzeuge dieser Größe wurden normalerweise von 6 bis 10 Paar Ochsen gezogen.

Präriewinde

Überlandfahrten und der rege Frachtverkehr über die amerikanische Prärie führten zu einigen neuen Wagenkonstruktionen, von denen der Conestoga Wagon wohl der bekannteste, und Henry Sager’s Windwagon der ungewöhnlichste ist. Windwagen segelten die Smoky Hill Route nach Denver, und einige von ihnen sollen 80 Kilometer pro Tag zurückgelegt haben, vorbei an Hunderten von gezogenenen Wagen.

Inhalt

  • Prairie Schooner, 16 Bauteile
  • Chuck Wagon, 15 Bauteile

Technische Daten

  • Typ: Planwagen
  • Länge: 3890 mm
  • Breite: 2230 mm
  • Höhe: 2980 mm
  • Radstand:
  • Spurweite:
  • Radgröße vorn:
  • Radgröße hinten:
  • Ladefläche: 3130 × 1100 mm
  • Nutzlast: 0,5 t
  • Gespann: 1 Paar Ochsen

Bewertung

Gute Themenwahl, dieser Planwagen kann als ziviler Farmwagen oder militärischer Nachschubwagen verwendet werden.

Der Modelleur ist offenbar der selbe, der die exzellenten Figuren des Amerikanischen Bürgerkrieges für Accurate Figures modelliert hat, die außerdem von Revell vertrieben werden. Leider gibt es nur wenige zivile Figuren in diesem Maßstab, die neben den vielen Soldaten verwendet werden könnten. IMEX hat Pionierfiguren des amerikanischen Westens angekündigt, die sehr gut zu dem Planwagen passen würden.

Die illustrierte Bauanleitung ist leicht verständlich; allerdings wird der Wagenboden spiegelverkehrt dargestellt. Das fertige Modell hat den kleinen Staukasten auf der rechten Seite, nicht auf der linken wie im Bauplan irrtümlich dargestellt. Nur in dieser Position lässt sich der Wagenboden auf dem Fahrgestell richtig ausrichten, andernfalls ragt das Chassis hinten 4,5 mm über den Wagen hinaus. In dieser neuen Position ist der Staukasten nicht mehr mittig zwischen den Rädern, sondern stößt an das hintere Rad an. Der Fehler lässt sich dann nur noch durch Versetzen des Staukastens 4 mm nach vorne lösen.

Die senkrechten Streben des Wagenkastens, Schraubenköpfe an den Rädern, und die große Plane mit realistisch wirkenden Spriegeln laden das Auge zum Verweilen ein. Eine leichte Holzstruktur hätte den Wagenkasten optisch weiter aufwerten können. Bei Militärischen Nachschubwagen war die Plane häufig mit der Regimentsbezeichnung oder dem taktischen Zeichen des Quartiermeisters des Armeekorps beschriftet. Die Plane sollte durch Lavieren und Trockenbürsten gealtert werden, damit sie noch realistischer wirkt.

Die Wagenräder sind außergewöhnlich gut gelungen, mit vielen Details an der Felge, und besonders schlanken Speichen in ausreichender Zahl. IMEX müsste diese Räder als Zubehör einzeln anbieten, damit Fahrzeuge und Geschütze anderer Hersteller mit diesen Bauteilen optisch aufgewertet werden könnten.

Wenn das Fahrzeug als Nachschubwagen der Union verwendet werden soll, könnte der zivile Fahrer durch einen uniformierten Soldaten aus der Serie der Unionsartillerie von IMEX oder Accurate Figures ersetzt werden.

Die beiden Ochsen des Planwagens sehen realistischer aus als die mitgelieferten Pferde oder Esel des Chuck Wagons im selben Bausatz. Mit nur 108 cm Stockmaß fallen die Ochsen allerdings ziemlich klein aus, und nur ein Paar von ihnen wäre nicht in der Lage, den Wagen zu ziehen. Ochsen aus dem HO Eisenbahnsortiment sind etwa gleich groß und könnten als zusätzliche Zugtiere verwendet werden. Die mitgelieferten Ochsen eignen sich als Farmtiere, wenn der Wagen stattdessen von Zugpferden der Armee gezogen wird. Das Widerristjoch der Ochsen ist realisischer modelliert als das Kumtgeschirr der im Bausatz enthaltenen Pferde. Leider werden die Ochsen ohne Grundplatten geliefert, was die Montage auf Wargame-Grundplatten oder Dioramen erschwert. Sammler, die ihre Figuren nicht auf Geländeplatten montieren, bevorzugen normalerweise Zugtiere ohne Grundplatten, damit die relative Größe von Tieren und Wagen nicht verzerrt wird. In diesem besonderen Fall hätte eine zusätzliche Grundplatte allerdings darüber hinwegtäuschen können, dass die Tiere ungewöhnlich klein sind.

Der Bausatz ist aus mittelbraunem Polyethylen hergestellt, die Räder sind hellgrau. Fahrer und Ochsen müssen vor dem Bemalen von auffälligen Gussnähten befreit werden. Die übrigen Bauteile sind weitgehend frei von Gussnähten. Bill Farmer hat den Fahrer, die Tiere, und die Planen modelliert. Das Wagenmodell stammt von Ted Tear.

Der Planwagen ist kein Steckbausatz, die Teile müssen verklebt, gestiftet, oder verlötet werden, damit das Fahrzeug nicht ständig auseinanderfällt. Der Bausatz sollte daher wie ein herkömmlicher Plastikbausatz behandelt, und dauerhaft zusammengeklebt oder verlötet werden. Angesichts des doch erheblichen Aufwands, der hier beim Zusammenbau getrieben werden muss, wären separate Zügel und Zuggeschirre beim Supern des Modells hilfreich gewesen.

Historische Verwendung

Wargamer werden sich über diese Erweiterung ihres Fuhrparks besonders freuen, denn Nachschub- und Transportfahrzeuge hat man einfach nie genug. Es gibt nur wenige zivile Figuren in diesem Maßstab, weshalb viele der Planwagen dieses Bausatzes vermutlich als Nachschubfahrzeug der Unionstruppen oder Konföderierten Armee Verwendung finden werden. Die einfache Kastenbauweise ist für Militärfahrzeuge typisch, und es bedarf nur kleinerer Umbauarbeiten, um diesen Wagen für Armeen früherer oder späterer Epochen nutzbar zu machen.

Muster von Toy Soldier HQ

IMEX Modellbau

Fragen und Antworten

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Figuren der Indianerkriege und des Wilden Westens