Heilige Lanze

Heilige Lanze (auch Mauritiuslanze oder Longinuslanze) nennt man den Speer, mit dem der römische Hauptmann Longinus die Seite des gekreuzigten Christus durchbohrt haben soll. Nach einer anderen Legende soll die Lanze Mauritius, dem Anführer der Thebaischen Legion gehört haben. Die 50,7 cm lange Spitze der Heiligen Lanze gehört zu den Reichskleinodien der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, sie wird in der Schatzkammer der Wiener Hofburg aufbewahrt. Es handelt sich um eine Flügellanze, in deren Mittelteil angeblich Partikel eines Kreuznagels eingearbeitet sein sollen. Der Lanzenschaft ist nicht erhalten. Otto der Große soll die Heilige Lanze 955 in der siegreichen Schlacht auf dem Lechfeld geführt haben. Ein Herrscher im Besitz der Heiligen Lanze galt als unbesiegbar.

Der französische Mönch und Mystiker Peter Bartholomäus fand 1098 während der Belagerung von Antiochia die Heiligen Lanze von Antiochia, die das Kreuzheer begeisterte, aber schon 1099 als Fälschung entlarvt wurde. Eine weitere Heilige Lanze, angeblich vom Apostel Thaddäus nach Armenien gebracht, befindet sich im Kloster Geghard nahe Jerewan. König Ludwig IX. von Frankreich brachte 1239 die angebliche Lanzenspitze der Heiligen Lanze als Reliquie von seinen Kreuzzügen mit, die während der Französischen Revolution verloren ging. Den Schaft dieser Lanze schenkte Sultan Bajesid II. 1492 Papst Innozenz VIII.; er gehört jetzt zu den großen in der Peterskirche aufbewahrten Reliquien.

Bibliographie

  • phoenix: Die Heilige Lanze, Schicksalsspeer der Mächtigen

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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