Französischer Général Ludwig II. von Bourbon, Fürst von Condé

Französischer Général Ludwig II. von Bourbon, Fürst von Condé

Condé (spr. kong-), Ludwig II. von Bourbon, Fürst von, »der große Condé« genannt, Sohn des Heinrich II. von Bourbon, einer der größten Feldherren seines Jahrhunderts, geb. 8. Sept. 1621 in Paris, gest. 11. Dez. 1686 in Fontainebleau, führte bis zum Tode seines Vaters den Titel eines Herzogs von Enghien. Er schlug die Spanier bei Rocroi 1643 und nahm Diedenhofen, eilte 1644 Turenne zu Hilfe nach Süddeutschland, kämpfte gegen den bayerischen General Mercy in der dreitägigen unentschiedenen Schlacht bei Freiburg im Breisgau (3. bis 5. Aug. 1644) und 3. Aug. 1645 bei Allersheim unweit Nördlingen. 1646 kommandierte er in den Niederlanden gegen die Spanier und eroberte Dünkirchen. Der Tod seines Vaters machte ihn zum Haupt seines Hauses und nächst dem Herzog von Orléans zum ersten Mann Frankreichs.

1648 gewann er in den Niederlanden die Schlacht bei Lens 20. Aug., worauf er durch die Unruhen der Fronde nach Frankreich zurückgerufen wurde. Dort stellte er sich zuerst auf die Seite des Hofes. Als er sich aber mit den Häuptern der Fronde überwarf und zugleich Mazarin zu stürzen drohte, verbanden sich diese gegen Condé und ließen ihn 18. Jan. 1650 mit seinem Bruder, dem Prinzen Conti, und seinem Schwager, dem Herzog von Longueville, verhaften und nach Vincennes abführen. Allein bald bewaffnete sich der Hochadel für Condé, Parlament und Fronde traten auf dessen Seite, und Mazarin musste das Reich verlassen. Condé wurde befreit, vermochte sich aber den Intrigen der Königin-Mutter und des Kardinals Retz gegenüber nicht zu behaupten. Er verbündete sich mit den Spaniern, behauptete sich 2. Juli 1652 gegen einen Angriff Turennes im Besitz von Paris, verließ es aber 13. Okt., da das Volk von ihm abfiel, und trat als Generalissimus in spanische Dienste; indes die Eifersucht der spanischen Befehlshaber ließ ihn gegen Turenne die Schlacht auf den Dünen (11. Juni 1658) verlieren.

Condé erhielt in dem 1659 mit Spanien geschlossenen Frieden zwar völlige Verzeihung und Wiedereinsetzung in die früheren Würden, jedoch erst 1668 wieder ein selbständiges Kommando. Er eroberte die Franche-Comté und befehligte, als 1672 Ludwig XIV. Holland angriff, ein Korps von 30.000 Mann, nahm 4. Juni Wesel und bewerkstelligte 12. Juni den berühmten Rheinübergang, wobei er verwundet wurde. Am 11. Aug. 1674 siegte er über die verbündeten Spanier, Österreicher und Holländer bei Seneffe und erhielt 1675 nach Turennes Tod den Oberbefehl am Oberrhein; doch zwang ihn Podagra, vom Kriegsschauplatz abzutreten, worauf er sich auf seinen Landsitz zu Chantilly zurückzog.

Figuren

  • Louis II. de Bourbon, prince de Condé, Herzog von Enghien, 15 mm Testudo TYPERS3

Bibliographie

  • Bourbon, Ludwig Joseph von: »Essai sur la vie du grand Condé par Louis Joseph de Bourbon, son quatrième descendant« (Lond. 1806)
  • Coste, Pierre: Histoire de Louis de Bourbon II du nom, prince de Condé (Köln 1695; 3. Ausg., Haag 1738)
  • Desormeaux, Joseph Louis Ripault: Histoire de Louis de Bourbon (Par. 1766–68, 4 Bde.)
  • Fitzpatrick, Walter: Great Condé and the period of the Fronde (2. Aufl., das. 1874)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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