Römisches Pflaster

Testbericht der 1:87 Straßenfolie von Faller

Römisches Pflaster, 1:87 Faller Modellbausatz 652

Beim römischen Pflaster sind die Steine in einem reizvollen Muster verlegt. Wegen der hellbraunen Fugen wirkt die Straße insgesamt freundlicher als graue Pflasterstraßen oder schwarzgraue Asphaltdecken. Die schwarze Linie im Rinnstein ist eine Fuge; dort wurde ein 10 mm breiter Pflasterstreifen angesetzt, der die Straße in 1:72 maßstäblich auf 5 m verbreitert. Der Gehweg besteht aus Pappe, die Platten wurden in eine dünne Schicht Feinspachtel eingeritzt, grüngrau gespritzt und hellgrau gebürstet. Die Stadthaus Ruine ist lose in dieses 50 × 25 cm große Straßenmodul eingesetzt, sie kann bei Bedarf umgedreht oder durch ein intaktes Gebäudemodell ersetzt werden.

Die Tarnjacken der abgebildeten deutschen Soldaten erfüllen ihren Zweck, die Figuren passen sich optisch der Umgebung besser an.

Inhalt

Straßenfolie mit römischem Pflaster

  • 100 cm selbstklebend
  • 1:72er Länge: 72 m
  • 1:72er Breite: 4,32 m
  • Zubehör: Vorgarten-Zäune Nr. 521

Bewertung

Wichtiges Zubehör für wenig Geld: Das römische Pflaster kostet nur sieben Pfennige pro Zentimeter. Gepflasterte Straßen und Plätze werden im Militärmodellbau ständig benötigt. Wer modulares Gelände für Simulationsspiele baut, ist mit diesen Klebefolie gut bedient. Straßensegmente aus Latex sind zwar beliebter, weil sie sich jeder Geländekontur anpassen, diese Modelle fallen aber mit 45 Pfennigen pro Zentimeter erheblich teurer aus als Pflasterfolien. Im Bereich von Ortschaften kann die Pflasterfolie fest verlegt werden, hier lohnt sich die billigere Bauweise. Im Gelände ist Latex sinnvoller.

Scale Modell. Die Pflastersteine sind maßstäblich richtig skaliert, ca. 8 cm quadratisch, die aufgedruckten Fugen fallen aber zu breit aus. Der Gesamteindruck ist dennoch realistisch. Schmälere Fugen würden die Folie insgesamt erheblich dunkler erscheinen lassen, und dieser Effekt müsste durch Aufhellen der Pflastersteine ausgeglichen werden.

Die Folie klebt auf glatten und sauberen Flächen sehr gut, sogar in Kurven kann eine Faltenbildung vermieden werden. Luftblasen werden mit der Skaplellklinge angestochen und mit dem Finger ausgedrückt. Kurvenverläufe keinesfalls freihändig verlegen, das gewünschte Rund wird sonst zum Vieleck! Stattdessen, den Fahrbahnrand innen und außen mit dem Zirkel anreißen und die Folie sorgfältig entlang der Linien verlegen. Die Kurvenradien sind großzügig anzulegen, damit im Kurveninneren keine Falten entstehen.

Römisches Pflaster ist eine neuzeitliche Bezeichnung für dieses geometrische Muster, es sollte nicht mit dem antiken römischen Pflaster der Via Appia und anderer Römerstraßen verwechselt werden.

Zwei sich ausweichende Fahrzeuge benötigen eine Straßenbreite von 4,5 – 5,5 m, die Folie ist demnach etwas zu schmal für den Straßenbau in 1:72. Die Verbreiterung kann durch seitliches Ansetzen eines 10 mm breiten Streifens erfolgen. Dabei ist auf die Einhaltung des Musters zu achten, z. B. indem man den Halbbogen am Straßenrand erweitert. Die schwarze Fuge zwischen den Streifen kann mit Sandfarbe kaschiert werden. Vielleicht bringt Faller die Folie bald einmal in 70 mm Breite heraus, dann wäre die Kompatibilät mit 1:72 gegeben.

Die Straßendecke ist einheitlich perfekt. Zum realistischen Straßenbild gehören aber auch Unregelmäigkeiten, leichte Beschädigungen, Kanaldeckel und Schmutzflecken, die das Modell erst lebendig werden lassen. Kanaldeckel können nachträglich noch in die Fahrbahn eingelassen werden. Wer kann, malt die Deckel auf, andernfalls werden sie aus Pappe gebaut und an der gewünschten Stelle in die Folie eingesetzt. An Reparturstellen kann die Farbe der Steine und Fugen deutlich abweichen, auch diese Veränderungen lassen sich mit Farbe und Pinsel darstellen. In den Spurrillen sollten die Fugen etwas schmutziger sein als in Fahrbahnmitte, diesen Effekt erreicht man mit der Spritzpistole oder durch Trockenmalen mit dunkler Farbe.

Die Straßenfolie kann in beweglichen Dioramen nicht lose verlegt werden, sie wird verklebt und ist daher nicht so vielseitig verwendbar wie Straßensegmente aus Latex. Wer Modulare Geländeplatten verwendet, kommt um eine Rasterung des festen Straßennetzes also nicht herum, die Übergänge an den Plattenstößen müssen passen. Straßenmodule von 50 × 25 cm bieten sich an, sie sind mit 50 × 50 cm Geländeplatten kompatibel und noch tief genug für eine Häuserzeile mit Gehweg und Vorgärten, bzw. Hinterhöfen.

Historische Verwendung

  • Pflasterstraßen in Mitteleuropa, ab ca. 1750

Selbstklebende Straßenfolien sind unkompliziert zu verarbeiten und sie sehen sehr realistisch aus. Römisches Pflaster kann in den frühen Epochen durchgängig verwendet werden, später kombiniert man mit Kopfsteinpflaster oder geteerten Straßen.

Fragen und Antworten

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Häuser, Gebäude und Gelände für Wargames und Dioramenbau