Disziplin

Disziplin oder Kriegszucht, heißt die Handhabung der strengsten Ordnung in einer Armee; das Mittel, um diese Absicht zu erreichen ist: die Subordination oder der militärische Gehorsam. Die Subordination besteht in einer blinden Unterwürfigkeit gegen alle Befehle und Anordnungen des Vorgesetzten, in pünktlicher Vollziehung derselben, und in der immerwährenden Abhängigkeit des Niederen vom Höheren. Die Subordination macht den Untergebenen bei der Ausführung eines Befehls zu einer bloßen Maschine, und leidet kein Grübeln und Nachdenken, keine Leidenschaft, keinen Aufschub, keine Änderung der gegebenen Befehle; sie bestraft jeden Verstoß gegen den Gehorsam streng und unerbittlich.

Die Disziplin beschränkt sich aber nicht allein auf reine Dienstangelegenheiten, sie besteht auch darin, dass man den Soldaten gewöhnt, sich in moralischer Hinsicht stets untadelhaft aufzuführen, und nie Mutwillen oder Exzesse auszuüben.

Die Nichtbefolgung der gegebenen Befehle heißt die Insubordination; man versteht unter diesem Ausdruck gewöhnlich die Widersetzlichkeit gegen den Vorgesetzten; da aber die Disziplin dem Soldaten auch Moralität vorschreibt, so wird jedes selbst außerdienstliche Vergehen des Soldaten als insubordinationswidrig, strenger als in anderen Ständen bestraft.

Es kann nur sehr wenige Fälle geben, wo der Untergebene an den Befehlen des Vorgesetzten unbestraft etwas ändern, oder ihre Ausführung ganz unterlassen dürfte; nie aber tritt ein solcher Fall ein, so lange es dem Untergebenen möglich ist, bei eintretenden unvorhergesehenen Umständen nähere Verhaltensvorschriften einzuholen.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe